28.6.05

Bang Boom Bang: Feuerzeug

Für Freunde des grossartigen Ruhrpott-Films "Bang Boom Bang": Das original Kampmann Speditionsfeuerzeug (Aufschrift: "Kampann...der potente Verkehrspartner") aus dem Film kann hier bei eBay gekauft werden. Zuschlagen!

27.6.05

Fundstück der Woche: Body-Building



Aus dem Schaufenster einer Body Building Butze auf dem Kiez stammt das folgendes Foto.
Preisfrage: Wer ist die Person rechts im Bild? Thomas Gottschalk in jungen Jahren? Oder Sepp Maier mit Perücke? Falsch. Es ist die bekannte Vize Miss Universum Desiree Dümpel.
Und wer näher mit ihr in Kontakt treten möchte, der folge einfach diesem link

26.6.05

Happy Family mit Yvonne Catterfeld und einer holländischer Tina Turner Transen Cover Combo

Auf dem Heiligengeistfeld ist immer was los. Auch wenn mal kein Dom ist gönnt niemand dem altehrwürdigen Platz seine wohlverdiente Ruhe. Am letzten Wochenende hatte die sympathische und preiswerte Einzelhandelskette "mini mal" den Platz in Beschlag genommen und mit zwei Bühnen und konsumterrorverseuchte Attraktionen wie dem "Leerdammer Zelt", der "Pringles Klettertonnen" oder einem Zelt für "Non Food Sonderverkäufe" vollgeballert.


Wer den Besuch dieser Veranstaltung verpasst hat: Auch in anderen größeren Städten in Deutschland macht der Zirkus demnächst Station (siehe Tourdaten auf dem Bild). Wegen Werbefinanzierung ist die Aktion übrigens umsonst. Hauptattraktionen sind Ex-Blümchen Yasmin Wagner als Moderatorin und mir unbekannte Hit Combos wie die "Chipz" oder eben Yvonne Catterfeld.

Betulicher geht es auf einer zweiten, kleineren Bühne zu. Nicht die ganz großen Stars, dafür irgendwie intimer. Auf bestem Butterfahrt-Niveau versucht ein Moderator krampfhaft, das Publikum für ein Quiz zur Teilnahme auf die Bühne zu zitieren. Als Hauptpreis winkt eine Kaffee-Maschine. Doch die Fragen sind so lächerlich einfach, daß sich niemand nach vorne traut. Kurz entschlossen kommt der Moderator also einfach ins Publikum, verdonnert zwei Frauen zur Teilnahme und hält diese geschickt hinter dem Rücken fest, damit sie nicht weglaufen können. Ganz Sportsfrau gibt die eine Zwangskandidatin dann auch zu, daß sie selber die Antwort auf die in bester 9live Manier montierten Frage "Die Beatles sind hier in Hamburg früher im Star Club aufgetreten. Wie heisst der Club, in dem die Beatles hier in Hamburg aufgetreten sind?" nicht weiss. Bei soviel Fair Play gibts am Ende souverän Kaffee Maschinen für beide Teilnehmerinnen.




Gesungen und getanzt wird auf der kleinen Bühne auch. Musikalisch versucht sich eine niederländische Cover Band an einem repräsentativen Querschnitt durch das musikalische Gesamtwerk Tina Turners. Da Tina Turner zu ihrer aktiven Zeit schon immer recht maskulin herb wie Desiree Dümpel herüberkam stellt sie keine besonders großen Anforderungen an die Transe, welche sie imitiert. Die Musik kommt sowieso vom Band. Tanzen allein tut nur ein Freak in einem Nationalelf T-Shirt. Dazu hat er sich ausserdem ein Mikrophon selber mitgebracht - da dieses von den Veranstaltern aber nicht angeschlossen wird, kann er das Publikum nur durch seine tänzerischen Einlagen alleine vor der Bühne und nicht durch seine stimmlichen Qualitäten überzeugen. Schade. Optisch kommt der Bursche wie eine Kreuzung zwischen Franz Gerber und Guildo Horn rüber. Und wie letzterer gibt er wirklich alles - vom spärlichen Applaus des Publikums nach jedem Lied kann er locker 80% auf sein Konto verbuchen.

Nach zwei Stunden wird es Markus und mir zu viel und wir verzichten zu Gunsten der Übertragung der Partie Deutschland-Brasilien auf den Auftritt von Yvonne Catterfeld. Und nach einem Abstecher an die Elbe kehrt auf dem Heiligengeistfeld endlich spät Abends die wohlverdiente Ruhe ein....

18.6.05

Hamburg bei Nacht

Ein paar Impressionen aus der Hansestadt. Nachts, wenn es dunkel ist....


Collage: Nachts in Hamburg


Landungsbrücken


Landungsbrücken und Docks


Kreuzung Lübecker Straße

15.6.05

Fundstück der Woche: Insektenfreier Sommer mit Fliegenfänger "Foetsie"

Mücken stechen dich Nachts zu Tode und rauben dir den Schlaf? Hornissen greifen an? Fliegenschwärme um deinen Kopf verdunkeln dir die Sicht? Das muss nicht sein! Der in allen SKY-Märkten erhältliche Fliegenfänger Foetsi bekämpft Insekten mit 10V. Oder mehr....


Foetsie - und lästige Insekten geben endlich Frieden....

7.6.05

Kanzlerkandidatur Bundestagswahl 2005

Unter 35, Frau und gutaussehend? Vielleicht im Moment sogar auf der Suche nach einem Job? Die Zeitschrift Titanic sucht für den kommenden Bundestagswahlkampf eine Kanzlerkandidatin - sofort bewerben!



TITANIC-Kanzler-Casting
Wir suchen eine gutaussehende (!), politikinteressierte Frau unter 35, die wir im anstehenden Bundestagswahlkampf als Kanzlerkandidatin für Die PARTEI aufstellen können. Bewerbungen bitte bis kommenden Freitag, 12 Uhr an: info@die-partei.de

Was wir brauchen:
Name, Alter, Adresse, Beruf, Paßbild
Und eine (knappe) Antwort auf die Fragen:
Was ist Ihre politische Vision?
Was sind Ihre Hobbies?
Was wäre Ihre erste Amtshandlung?
Weshalb sind Sie besser als das Merkel?

5.6.05

Fundstück der Woche: Ultimativer WM-Song von Bernd Rehbein

Wer kennt nicht Bernd Rehbein, den selbsternannten "Sänger ohne Allüren"?

Vielleicht jemand, der sonst eher nicht Schlagermusik hört. Zur WM 2006 wird er jedoch mit seinem WM Song in aller Ohren sein. Hörenswerte Auszüge aus diesem Lied mit dem eindringlichen Namen "Here We Go" finden sich hier.

In dem Song stimmt einfach alles: hämmernder Disco-Beat, knallige Synthesizer. Und: Besonders funky kommen die in Scooter-Manier hineingebölkten Namen der WM-Städte.

Schönen Dank an 11 Freunde, welche diesen Schatz gehoben haben!

3.6.05

Hamburg

Nur mal so: Ein paar schöne Bilder aus Hamburg


Reeperbahn


Hafen


Rickmer Rickmers 1


Rickmer Rickmers 2


An der Süderelbe

30.5.05

Göteburg Tour

Nur zum rumspielen: ein paar Bilder vom Wochenendkurztrip nach Göteborg.

Leider habe ich die einmalige Chance vertan, mir eine CD vom selbsternannten PLEASUREMAN mitzunehmen. Doch auch hier hilft Onkel Google: Abba war gestern, der ultimative schwedische Musikexport von heute findet sich hier
(unbedingt das Video anschauen - Günther hält locker, was er verspricht!).


Schweden





Stena


Hotelerbin (links) und Sexsymbol (rechts)

16.12.04

Nachschlag: Nochmal Russland - St. Petersburg

Da ich nochmal meine Tasche gepackt und ins winterliche
Russland gefahren bin folgt an dieser Stelle ein kleiner
Bericht ueber meine Erlebnisse in St. Peterburg. Allen
Lesern wuensche ich von dieser Stelle frohe Weihnachtstage
und einen guten Rutsch ins neue Jahr! (damit bin ich
bestimmt der erste dieses Jahr:-))

St. Petersburg
++++++++++++++
Die Stadt ist um diese Jahreszeit sehr dunkel. Die Sonne sieht
man zwischen 10.00 und 14.00 Uhr. Das permanente Gefuehl, dass
es spaet Abends ist, will einfach nicht weichen. Laehmend legt
es sich, einem Jet Lag gleich, ueber einen und bringt das eigene
Zeitempfinden erfolgreich und nachhaltig aus dem Takt.

Das fehlende Tageslicht macht auch die Navigation auf diesem
neuen und unbekannten Terrain zunaechst sehr schwierig: Auf
der Suche nach einem Hotel mit einem Stadtplan bewaffnet verlasse
ich morgends gegen 9:00 Uhr eine Metro Station. Die Orientierung
habe ich komplett verloren, als ich durch endlose verwinkelte
Labyrinthe von Gassen und tief reichenden Rolltreppen (die hiesige
Metro ist die tiefste der Welt) dem Strom der dem nicht vorhanden
Tageslicht entgegenstroemenden Massen folgte. Laut Plan muss ich
jetzt nach links gehen. Nach Westen. Aber auf welcher Seite der
Strasse stehe ich eigentlich? Ist links Osten, oder etwa rechts?
Die Sonne, die einem einsamen Wanderer in solchen Fragen sonst
immer sicher Auskunft geben kann, hat ihren Dienst ja leider noch
nicht angetreten. Auch Sterne sieht man hier in der Stadt nicht.
Bei Baeumen auf die bemooste Wetterseite zu achten, diese Methode
kann man hier in der Stadt knicken. Ich vertraue meinem Instinkt
und gehe nach rechts, in die Richtung, die am meisten nach Kirche
riecht, und stehe 15 Minuten spaeter wie erwartet dort, wohin ich
wollte.

Nach dem Ansteuern mehrerer Hostels finde ich mich in diser Stadt
schnell zu Recht. Frueher oder spaeter endet man jedenfalls immer
beim Nevsky Prospekt, der dicht befahrene und dauernd beleuchtete
Prachtboulevard dieser Stadt. Endet man nicht hier, so schaue man
auf den Boden. Ist dieser voller meterdicker Eisschollen, so ist
man an bzw. auf der Neva. Aufpassen! Manchmal machen die
Einheimischen Loecher ins Eis. Zum einen werden durch diese Fische
gefangen, zum anderen werden sie als billige und einfache Badewanne
benutzt (sog. Eisschwimmen). Da ich das ja bereits vom Baikalsee
(keine Eisdecke, dafuer aber auch schweinekalt) kenne, lasse ich
mich auch dieses Mal nicht lange bitten und mache es den
Einheimischen nach. Herrlich! Meine Speckschicht schuetzt meinen
Koerper erolgreich vor einem Kaelteschock, nacher gibts einen Vodka,
der von innen das Herz wieder zum schlagen bringt. Lecker! Der
Wetterbericht im Radio meldet heute uebrigens -34 Grad Celcius
vom Baikalsee. Bei der Temperatur waere ich da gar nicht ausgestiegen!

St. Petersburg laesst sich oberflaechlich betrachtet nicht von
anderen europaeischen Metropolen wie Prag oder Paris unterscheiden.
Europaeische Architektur dominiert aller Orten. Lohnenswert sind
Blicke hinter die Fassaden, in die Hinterhoefe und kleinen Nebengassen,
trotzdem. Nicht ohne Grund wurden an solchen Orten in dieser Stadt die Aussenaufnahmen fuer den Film "Der Untergang" gedreht - billiger kann
man eine Kulisse fuer ein ausgebombtes Berlin aus dem Jahre 1945 nicht
bekommen. Um den historischen Stadtkern herum liegt ein breiter Guertel
stalinistischer Plattenbauten. Irgendwo muessen die etwa 4,5 Millionen
Menschen dieser Stadt ja kaserniert werden. Viel sehe ich von diesen
Stadtteilen jedenfalls nicht, als ich in einem Schmutzbus die Stadt in
Richtung der Sommerresidenz von Peter dem Grossen mache. Die Fenster
des Busses sind komplett mit Strassenschmutz (hauptsaechlich Rollsplit
und schwarzer Eismatsch)zugekleistert. Obwohl die Uhr 12:00 Uhr zeigt,
ist es in dem Bus finster wie nach Sonnenuntergang. Den Fahrer stoert
es wenig, denn mit Hilfe seiner Scheibenwischer hat er sich einen
nach vorne auf die Strasse gerichteten Sichtbereich geschaffen. Da
man weder links noch rechts aus dem Fahrzeug schauen kann, kommt es
mir vor, als werde ich mit verbundenen Augen zu einem geheimen Platz
entfuehrt. Damit die Fahrgaeste auch etwas Licht zum Lesen haben,
knipst der Busfahrer einfach die Innenraumbeleuchtung an. Das geht
schneller und einfacher, als etwa die Scheiben zu putzen. Wieder
einmal bewundere ich den Pragmatismus und das Improvisationstalent
der Russen.

Wie schon in einem frueheren Bericht aus dem September erwaehnt
werden in Russland gerne ausgemusterte deutsche Reisebusse
eingesetzt. Fuer den busfahrenden Teil der Bevoelkerung ist
daher ein Crashkurs in Deutsch durchaus empfehlenswert. Sofort
weiss der russische Fahrgast dann naemlich, welch fremde Botschaft
sich hinter den Slogans "Wuppertal gruesst aus dem Bergischen Land",
"Der Nothammer kann DEIN Leben retten!" oder
"Bei Gefahr: Scheibe einschlagen!" verbirgt. Der Bus mit der
orangenen Anzeige "Schulbus" verbindet uebrigens in St. Petersburg
den nach Moskau fuehrenden Bahnhof mit dem Stadtteil Vyborg - nur
zur Information fuer interessierte Leser.

Unerwartet schwierig gestaltet sich in St. Petersburg ein
Konzertbesuch. Lust verspuere ich nach einfacher, klassischer
Musik. Was von Chopin, Mozart, Beethoven oder so - ich bin auf
diesem Feld nicht waehlerisch. Wagner ist auch OK. Aber
Fehlanzeige. Auf den Plakaten steht immer nur drauf, welcher
Musiker spielt oder singt. Aber nie WAS! Also ein Plakat, auf
dem steht, das Joerg Doelfer den Tenor singt - oder ein anderer
mir unbekannter Musiker am Piano sitzt. Da ich an der Konzertkasse
ums Verrecken nicht herauskitzeln kann, welche Musik zu Gehoer
gebracht werden soll, gebe ich das Ansinnen auf. Eine
Konkurrenzveranstaltung, gesponsert von lokalen Mobilfunkprovidern
und Radiostationen, welche fett und grell ueber die Stadt verteilt
mit musikalischen Highlights von Thomas Anders bis hin zu C.C.Catch
wirbt gehe ich trotzdem nicht.

Uebrigens: Maedels reiten nach Einbruch der Untergang im Galopp
ueber die Kopfsteinpflaster dieser Stadt. Wahrscheinlich weil
der Wald fuer einen Austitt um diese Zeit zu Dunkel ist.
Sehr vernuenftig. Im September habe ich sowas schon in Moskau
beoabchten koennen, doch hier tritt es regelmaessiger auf.
Obacht: Pferdekoeddel an den Schuhen riechen nur unwesentlich
besser als Hundescheisse.


TSCHUESS!!!

28.11.04

Thailand und weg...

Ko Phi Phi
++++++++++

Keine der Warnungen ueber unseren Aufenthaltsort
in einer abgeschiedenen Bucht fernab des Massentourismus
(also 1 Stunde zu Fuss oder 20 Minuten mit dem Boot) auf
dieser Insel ist eingetreten: Die Fahrt dorthin in einem
landestypischen Langboot mit Aussenbordquirl ist zwar eine
wackelige und bei dem Seegang auch wackelige Angelegenheit,
die angekuendigten hohen Wellen bringen die Profis am Ruder
aber nicht aus dem Takt.

Auch ist die Unterbringung in der Bucht eine sichere Angelegenheit.
Keine Spur von Kriminalitaet. Und wo lebt man in Zeiten islamischer
Terrorangriffe, welche den Sueden Thailands gerade heimsucht (eskaliert
durch Staerke demonstrierendes Auftreten von Polizei und Militaer),
besser, als im Umfeld von Moslems? Eine Moschee, versteckt in den
drei bis fuenf Haupthuetten der Ansiedlung, koennen wir nicht
ausmachen.

Unter Palmen wohnen wir der Bacardi-Werbung nicht unaehnlich
direkt am Strand. Unsere Huette ist jedoch etwas stabiler als
die in diesem Werbespot improvisierte und hauptsaechlich Schatten
spendende Variante. Die Freizeibeschaeftigung ist auf Taetigkeiten
in und um das Wasser beschraenkt. Beim Schwimmen und Schnorcheln
finden wir die Abkuehlung, nach welcher der Koerper zu Recht nach
schweisstreibendem im Schatten sitzen und auf das Meer starren
verlangt.

Warum wir gerade hier beim absoluten Nichtstun (stimmt so nicht
ganz: Markus belegt und absolviert erfoglreich einen
Schnuppertauchkurs) leichte gesundheitliche Probleme bekommen ist
mir ein Raetsel. Durch ein Rendezvous mit einer Feuerqualle rennt
Sepp mehrere Tage mit einem durch Blasen und Pusteln verzierten
Arm herum. Kleinere Pusteln, die entsprechend nicht ganz so stark
jucken, bekommen Sepp und ich durch Flohbisse der anscheinend nur
optisch sauber wirkenden Matrazen. Markus und meine Hoerkraft wird
durch eine Mittelohrentzuendung beeintreachtigt. Durch den zugigen
Seewind faengt man sich diese schneller ein, als es einem lieb ist.
Eines morgends ist auch mein anderes Ohr taub. In der oertlichen
Klinik lasse ich mir deshalb eine zementartige, erbsengrosse Mischung
aus Sand und Ohrenschmalz durch eine Ohrspuelung mit warmen
Kamillewasser entfernen Auch die anderen kleineren Blessuren
verheilen erfolgreich.


Ko Lanta
++++++++

Vom faulen Inselleben koennen wir so schnell den Hals nicht
vollkriegen. Folgerichtig testen wir mit Ko Lanta (eine Bootsstunde
suedoestlich von Ko Phi Phi in Richtung Festland gelegen) das naechste
Eiland aus. Laut Lonely Planet (Ausgabe von 2002) ist der Tourismus
in Ko Lanta gerade im Wachsen begriffen - verknuepft wird diese Aussage
mit der Hoffnung, oekonomisch und oekologisch nicht dieselben Fehler
in Bezug auf Massentourismus zu machen wie bei Ko Phi Phi geschehen.

Diese Chance haben die Insulaner von Ko Lanta eindeutig versemmelt.
Steile und breite Schotterpisten ziehen sich entlang der Kueste
und verbinden ein leer stehendes Touristenresort mit dem naechsten.
Irgendwie hat uns das Glueck verlassen: Ergebnislos klappern wir auf
der Ladeflaeche eines Pickups sitzend, als Soziusfahrer eines Mini-TukTuks
und schliesslich zu Fuss ein Hotel nach dem anderen ab.

Abenteuerlich ist die Fahrt mit dem Mini-TukTuk: 4 Personen mit komplettem
Gepaeck finden Platz auf einem kleinen Moped mit improviersten Beifahrergestell.
Der Schwerkraft trotzend setzt sich das ueberforderte Moped aechzend in Bewegung
und die Kette klatscht beim Anfahren Beifall, indem sie einfach mal ein paar
Ritzel ueberspringt. Deutlich spueren wir die Felge, wenn sie ungefedert durch
die Schlagloecher brettert. Auf einem Sandweg kurz vor einem Hotel kann der Fahrer,
der ansonsten sowohl durch Ortskundigkeit als auch durch fahrerisches Geschick
glaenzt, die Maschine nicht mehr halten. Als erstes faellt Markus vom Bock und rollt
in den Sand. Bevor wir, die Rucksaecke und die Maschine ihm folgen und ihn unter uns
begraben koennen, bleibt das Gefaehrt einfach im 45 Grad Winkel im Sand stecken.
Markus behauptet nachher, er haette uns durch schiere Muskelkraft einfach in diese
stabile Lage gedrueckt. Das koennte stimmen. Allzu altruistisch sind seine Motive
jedoch nbicht, denn wer liegt schon gerne unter 300-400 kg begraben?

Der absolute Tiefpunkt ist das Hotel am Zielpunkt dieser abentuerlichen Reise:
Eine einzige Baustelle mit Gratis-Baulaerm inclusive. Neben einer Huette, die
wir beziehen koennen, stapelt sich eine Ansammlung von offenen Farbtoepfen und
Loesungsmitteln. Der Gestank vertreibt vielleicht Muecken, Lust aufs bleiben
stellt sich bei uns jedoch nicht ein. Wir stapfen zu Fuss ins Dorf und wollen
uns auf eine andere Insel bringen lassen. Das klappt heute nicht mehr und wir
buchen daher Tickets fuer den naechsten Tag und irgendeine Unterkunft aus blind
aus dem Katalog. Endlich ist uns auch das Glueck wieder hold: Die Unterkuft ist
klasse, bei unserer Ankunft geht die Sonne unter und wir geniessen Sand, Bier
und den Ausblick. Neben den tausend Katzen, die ueberall auf dieser Insel rumlaufen,
hat sich die Betreiberfamilie einen ausgewachsenen Otter abgerichtet und diesem das
Tauchen sowohl in der nahegelegenen Suesswasserkloake als auch im Meer beigebracht.
Mmmh, schade, HIER koennte man es doch noch ein wenig laenger aushalten, aber wir
haben ja schon die Tickets fuer einer weitere Insel am naechsten Tag ...

Ko Jam
++++++

... nach Ko Jam gebucht. Das Reisebuero vergisst leider,
uns abzuholen. Mit halbstuendiger Verspaetung kommen wir
beim Hafen an, doch unser Schiff ist leider schon weg.
Erbost erklaert uns der Hafenbetreiber die Uhr und das
Prinzip von Puenktlichkeit. Wir koennen ihn davon
ueberzeugen, dass wir dieses bereits kennen.

Zu Fuss machen wir uns auf dem Weg zunm Reisebuero, bei
welchem wir die Tickets am Vortag gekauft haben, um ihnen
die Lektion des Hafenbetreibers naeherzubringen. 100m vor
dem Laden kommen uns die Betreiber jedoch schon laechelnd
entgegen, "Sorry, sorry, no problem, no problem...." und
verfrachten uns in einen weiteren Pick Up. Drei Stunden
faehrt dieser nun ueber Land um uns an eine andere
Faehrstelle nach Ko Jam zu bringen. Der Fahrer ist
freundlich und heizt wie Sau. Warum wird klar, als wir an
der Anlegestelle der Faehre ankommen: Auch hier haben wir,
trotz redlichem Bemuehen des Fahrers, wieder einmal mit
einer halben Stunde Verspaetung die letzte Faehre verpasst.
Deja Vu - oder "Same same, but different" wie der Thai gerne
sagt. Ein Privatboot kann natuerlich gegen Extrakasse
jederzeit von uns gemietet werden.

Fuer mich ist an dieser Stelle Zeit zu gehen. Tatsaechlich
habe ich schon laengere Zeit den Plan gehabt, im Dezember
noch einmal nach Russland zu Reisen, mir Land und Leute dort
im Winter anzuschauen und St.Petersburg zu besuchen. Eine
Woche Aufenthalt in Hamburg fuer VISA Formalitaeten habe
ich eingeplant, bevor es wier nach Moskau gehen soll. Spontan
kippe ich den am Morgen verkuendeten Plan, noch fuer zwei Tage
nach Ko Jam mitzureisen und teile dieses nun dem ueberraschten
Markus und Sepp mit.

Bangkog (2)
+++++++++++++

Per Flugzeug reise ich noch am selben Abend von der
Provinzstadt Krabi nach Bangkog und miete mich fuer
zwei Naechte im "Sawadi Inn Guesthouse" in der Naehe
der Kao San Road ein (Sepp und Markus: Merkt euch
diesen Namen und meidet es, falls ihr auf der
Rueck- bzw. Weiterreise noch einmal nach Bangkog
kommt!!!).

Dieses Mal alleine erkunde ich noch einmal die Stadt
und kaufe neben Souevenirs ein schweinebilliges
Rueckflugticket (um die 300 Euro, Gulf Air mit
Zwischenstopps in Muskat und Bahrain). Billiger als
das Ticket sind nur die zwei Anzuege, die ich mir
fuer 250 Euro massschneidern lasse: Brauner Breitkord,
dazu Hemden, Guertel, Krawatten ein Kimono in
Konfektionsgroesse. Mal sehen, wie lange die Dinger
halten, passen tun sie auf jeden Fall wie angegossen.

Zur Abwechslung teste ich mal die U-Bahn von Bangkog
aus. Sie gleicht exakt der von Hong Kong - mit dem
Unterschied jedoch, dass ich der einzige Fahrgast
auf dem verwaisten Bahnsteig bin. Noch waehrend ich
mich frage, ob die Bahn ueberhaupt in Betrieb ist,
rauscht auch schon ein mit drei Passagieren nur
bedingt stark besetzter Zug herein. Seltsam: Das Loch,
ueber welches die Metrostation betreten wird, ist
zwar im Stadtplan grob eingezeichnet, jedoch nicht
als Metrostation durch Schilder ausgewiesen. Auch
scheinen die Einheimischen nichts von einer Metro
zu wissen - frage ich sie nach der Station so zucken
sie nur unwissend mit den Schultern. Spaeter stellt
sich raus, dass die U-Bahn erst seit drei Tagen in
Betrieb ist. Das erklaert einiges, gut geschult ist
zur Zeit nur das Personal von der Touristinformation,
welches mir den Weg zur Metro zeigen konnte. Durch
geziehlte Marketing-Aktionen laesst sich dieser
Informationsrueckstand in der Bevoelkerung sicher
noch aus der Welt schaffen.

Der thailaendische Koenig jedenfalls ist schon
jetzt ein begeisterter Metrofahrer: In der
Haupstation nebem dem Hauptbahnhof sind Bilder
der koeniglichen Familie im Fuehrerstand des
neuen Transportmittels angebracht. Jeder aus
der Familie - der Koenig himself, Frau Koenigin
und auch der Kronprinz - darf mal ran und bekommt
ein eigenes Photo spendiert. Andere Bilder lassen
vermuten, das Zugfahren in der Royal Family eine
grosse Tradition hat: Die Bilder zeigen den
letzten Koenig auf einer LGB aehnlichen
Schmalspurbahn, auf welcher er sich zum
Zeitvertreib durch seinen Privatpark bewegt und
dabei die gesamte koenigliche Entourage befoerdert.

Problematisch gestaltet sich der Tag der Abreise.
Reisepass, Flugticket und Kreditkarte habe ich,
den Sichehereitsempfehlungen des Guesthouse folgend,
im Safe an der Rezeption deponiert. Dazu fuellt man
ein Formular mit den eingelagerten Sachen aus und
bekommt einen Schluessel zu seinem Schliessfach
ausgehaendigt. Als ich morgends aufwache ist meine
Zimmertuer offen, der Schluessel zum Schliessfach
und das Geld aus meinem Portemonnaie sind weg. Wie
sich jemand in der Nacht aus der Hosentasche, welche
ich im Bett trug, entwendet hat, ist mir ein Raetsel.
Die Dame an der Rezeption mutmasst, dass ich vielleicht
betrunken war oder die Nacht nicht alleine verbracht
haben koennte. Das stimmt zwar nicht, fuer lange
Diskussionen bleibt aber nur noch wenig Zeit, denn
der gebuchte Flug geht in vier Stunden.

Das Sperren der Kreditkarte per Telefon ist noch die
einfachste Uebung - bisher sind auch noch keine Umsaetze
getaetigt worden - puhhh... Probelmatischer ist der neue
Pass. Zur Botschaft braucht ein Taxi anderthalb Stunden.
Ich finde einen TukTuk-Fahrer, der mich in 45 Minuten
hinbringt. "Kommen sie sofort zur Botschaft" instruierte
mich die Dame von der Deutschen Vertetung am Telefon. Ich
soll ein Polizeiprotokoll und 4 Passbilder fuer einen
Ersatzpass einreichen. Das Protokoll von der Polizei kann
ich ihr noch ausreden, Fotos will sie aber trotzdem haben
- von mir per Kugelschreiber gemalte Selbstportraits
reichen ihr nicht aus.

Um die Ecke der Botschaft finde ich eine Photofixbude.
Ungewaschen, verschwitzt und genervt sehe ich auf den
Bildern aus wie ein typischer Sextourist. Nach einer
weiteren halbe Stunde habe ich endlich den Ersatzpass
und die Botschaft kann sich wieder der Ausstellung
von Heiratsdokumenten fuer die anderen dort warteneden
Landsleute widmen. Uebrigens haengt ein "Scorpions
Asian Tour" Plakat in der Botschaft herum - auf seine
alten bedeutungslosen Tage durch die Ferne zu tingeln,
dieses Schicksal teilen sie so mit anderen Bands, die
auch nicht wissen, wann Schluss ist (siehe Deep Purple
im Bericht ueber Sibirien/Irkutsk).

Trotz Paasersatz benoetige ich noch einen Polizeibericht
ueber den Diebstahl. Die Fluggesellschaft will nur mit
diesem Ersatztickets austellen und auch die
Immigrationsbehoerde kann ich nicht ueberzeugen, einen
Einreisestempel in meinen neuen Erstazpass ohne diesen
Bericht zu machen. Also doch zur naechsten Wache. Dort
laesst man mich erst einmal eine halbe Stunde sitzen.
Ein Beamter erklaerrt mir dann, dass er ein Protokoll
nur dann sofort ausstellen kann, wenn ich ihm 100 Baht
(2 Euro) dafuer gebe. Laechelnd steckt er die Schmiere
in sein Portemonnaie und ich bekomme das gewuenschte
Dokument. Fuenf Minuten vor Beendigung des Check-In
erreiche ich den Flughafen erschoepft und durchgeschwitzt
und kann mich, wie geplant, auf den Heimweg machen. Von
den asiatischen Staedten gefaellt mir Bangkog am
schlechtesten, so viel Stress wie hier hatte ich
nirgendswo sonst auf der Reise.

Deutschland
+++++++++++

Scharen von Kinder laufen mir jetzt nicht mehr lachend wie in China
hinterher wenn ich durch die Strassen gehe. Auch ist es etwas kaelter als
in Asien. Die "Asia Snack Box" am Frankfurter Flughafen ist zum Glueck
geschlossen. Sie erweckt nicht den Eindruck, auch nur Ansatzweise mit
der Qualitaet asiatischer Garkuechen konkurrieren zu koennen. Vielleicht
hat Herr Mehdorn auch in Asien umgeschaut, denn wie in China gibt es
jetzt in Zuegen der Deutschen Bahn Servicekraefte, welche durch
die Zuege laufen und an die Reisenden warme Getraenke und Essen verkaufen.
Angekuendigt ueber die Lautsprecheranlage - "Jetzt ist auch der 'DB Brezel Express'
zugestiegen und verwoehnt sie am Platz mit frischen, heissen und duftenden
Brezeln und warmen Getraenken" - quaelt sich ein Mitropa-Mitarbeiter
durch die vollen Gaenge. So grimmig wuerde ich aus der Waesche schauen, wenn ich ein
Sweatshirt mit der Aufschrift "DB Brezel Express" tragen muesste.

Hamburg ist bei der Einfahrt mit dem Zug grau. Grau bleibt auch meine
Wohnung, denn die HEW haben kurzerhand wegen nicht bezahlter Stromrechnungnen
den Strom abgedreht. Das Service Telefon der auf der ungeoeffneten Mahnung
abgedruckten Telefonnummer ist leider nur von Montags bis Freitags besetzt.
Weiterhelfen kann die Telefonauskunft und ich erfahre, dass der bei der
Postbank eingerichtete Dauerauftrag nur einmalig ausgefuehrt wurde. Neuen
Strom gibts erst wieder am Montag, wenn ich vorher den aufgelaufenen Fehlbetrag
einzahle. Immerhin hat die Postbank die anderen Dauerauftrage - Miete und Gas -
bedient, so dass ich den Inhalt meiner Wohnung am gewohnten Platz und nicht auf
der Strasse vorfinde.

Das am 1. Oktober in Peking aufgegeben Paket ist vor drei Tagen in Deutschland
bei meinen Eltern angekommen. Kurzerhand fahre ich also dorthin, denn wenigsten
meine Eltern haben zu Hause Strom und warmes Wasser. Willkommen in Deutschland.

Resumee
+++++++

Folgend nun ein kurzer Ueberblick der Highlights der Reise.

Schoenste Staedte:

1. Beijing
2. Shanghai
3. Moskau

Der Titel der verruecktesten Stadt geht ohne Konkurrenz an Ulan Bator.

Entspannetesten Laender:

1. Laos
10. Thailand
11. Vietnam, China

Schoenste U-Bahn:

1. Moskau
2. Hong Kong
3. Shanghai

Daemlichstes U-Bahn Streckennetz

1. Bielefeld
2. Yekaterinenburg
3. Peking

Beeindruckenste Landschaft

1. Yangshuo
2. Baikalsee
3. Ha Long Bucht, Insel Ko Phi Phi


Schluss
+++++++

Die Reise ist nun vorbei und fuerderhin werde ich an dieser Stelle keine
neuen Berichte mehr veroeffentlichen. In der naechsten Woche werde ich nach
Moskau fliegen und die Reise einfach wiederholen - damit der neue Reisepass
am Ende aehnlich gut mit Stempeln gefuellt ist wie der in Bangkog geklaute.

Tschuess!

20.11.04

Thailand

Auf nach Thailand
+++++++++++++++++

Die ewig gleiche Prozedur beim Grenzuebertritt. Ausfuellen von
Ein- und Ausreisefomularen. Die Nummer meines Reisepasses, Ort,
Ausstellungsdatum, Abflaufdatum - diese Informationen kann ich
inzwischen auswendig. Immer wieder wird auch der geplanten
Aufenthaltsort nachgefragt. Auch hier trage ich immer wieder
die gleiche Adresse, das fiktive "Jugendbegegnungszentrum
'Erwin Kostedde'", ein.

Auch der Thai kann einiges, was Zuege angeht. Sehr unorthodox (und
inzwischen spreche ich da aus Erfahrung) ist die Gestaltung der
Schlafzuege: Die Betten sind in Zweier-Reihe entlang der Aussenseite
des Zuges aufgestellt. In China haette man den Innenraumdesigner vermutlich
wegen Verschwendung oeffentlich gehaengt, denn dort werden auf 7,5
Chinesen (resp. 6 Europaeer) auf der Flaeche untergebracht, auf der
im thailaendischen Nachtzug nur 4 Personen Platz finden.

Anscheinend habe ich Freunde in der ganzen Welt. So werde ich in
Thailand regelmaessig mit "my friend" angesprochen, wenn
Dienstleistungen wie Getraenke oder aehnliches an den Mann
gebracht werden sollen. Von den Augen abgelesen wird mir so der
Wunsch nach einem Getraenk und zuegig wird mir ein verhaeltnis
maessig teueres, dafuer kuehles, Bier aus dem Zugrestaurant an den
Platz gebracht. Ein Polizist spricht mich grinsend auf mein
"GUAM Beijing" Trikot an. Ebenfalls laechelnd erklaere ich ihm,
dass es sich um einen chinesischen Fussballclub handelt. Sein Lachen
verschwindet aus seinem Gesicht und ernst erklaert er mir, dass er
Polizist ist und zeigt auf das Abzeichen auf seiner Schulter.
In ehemaligen Polizeistaaten sollte man sich gut mit den Behoerden
stellen, daher antworte ich mit "Ah! Police! Polizei gut!",
Unterstuetzt durch die international verstaendliche "Daumen nach
oben"-Geste. Er versteht, dass ich nichts boeses im Schilde fuehre
und geht seines Weges.

Ungewohnt ist der Zuwachs an Intimssphaere im Zug: Durch einen Vorhang
kann jeder Reisende seine Schlafbox individuell vor den Blicken
Mitreisender schuetzen. Ein solches Detail fehlt voellig in den
bisher benutzten Nachtzuegen. Weniger hart faellt das Regime des
Waggonchefs aus. Waehrend in chinesischen Zuegen Einschluss
und Licht aus fuer alle um 10:00 Uhr galt, so brennt hier die
Gangbeleuchtung bis ultimo durch. Wer schlafen will, der dunkelt
mit Hilfe des Vorhangs sein Abteil einfach selber ab.

Der Schlafplatz selbst ist sehr gemuetlich. Material und Ausstattung
ist durch permanenten Dauereinsatz seit den 60er Jahren entsprechend
abgewrackt. Fenster in thailanedischen Zuegen sind aus Prinzip zu
3/4 offen. Durch Fliegenschutzgitter laesst sich diese freie offene
Spalt bei Bedarf schliessen. Neben lauten Fahrgeraeuschen bringt
diese Konstruktion es mit sich, das ich morgends um halb sieben bei der
Einfahrt nach Bangkok durch den hereinprasselnden Regen geweckt werde.
Kurz denke ich, des Wetters wegen, an Deutschland. Der erst Regen seit
fast zwei Monaten (in der Osthaelfe Thailands ist gerade Regenzeit)
haelt jedoch nicht lange an. Als ich richtig wach bin merke ich, dass der Zug
auch am Flughafen, dem eigentlichen Ziel meiner Reise, haelt. Zu spaet.
Dafuer genuegend Zeit, mich am Hauptbahnhof umzuschauen. In Rekordzeit von 3
Minuten hebe ich frisches Thaigeld ab, besorge mir einen Fahrplan zum
Flughafen und ein Ticket fuer diesen Trip und ausserdem mein Fruehstueck.
Selten habe ich einen aehnlich gut ausgeschilderten Bahnhof, welcher
Neuankoemmlinge auf die notwendigen Staetten hinweist, angetroffen.

Schoen ist auch ein auf dem Bahnhofsgleis abgesperrter Bereich: Durch Blume
in den schillernsten Farben und huefthohe Palmen wird so, einer
Oase gleich, der Raucherbereich markiert. Schoen, das diese in Bangkog nicht
in ein Ghetto in Bahnhofsvorplatznaehe vertrieben werden, sondern
hier von Blumen geschmueckt ihren Platz finden koennen. Thailand ist anscheinend
ein sehr sympathisches Land, in dem Raucher nicht an den Rand der Gesellschaft gedraengt werden.

Erstmals hoere ich die thailaendische Nastionalhymne, waehrend ich auf den
Zug zum Fkughafen warte. Vom Reisefuehrer entsprechedn indoktriniert verhalte
ich mich wie die Einheimischen: Mit Haenden an der Hosennaht erhebe ich mich
vom Sitz, bis die Musik aus dem Lautsprecher zuendeplaerrt. Der Ignoranz
gerade westlicher Touristen gegenueber diesem Ritual moechte ich mich nicht
anschliessen.

Bangkog
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Sepp Sebelstein greifen wir wie verabredet am Flughafen auf. Auf sein
Anraten beziehen wir ein Guesthouse in der Innenstadt, parallel zur beruehmt
beruechtigten Cao San Road. Entaeuschend ist der Verkehr in
Bangkog: In endlosen Staus schieben sich die Thais disziplinierter als
aus Deutschland bekannt durch die Strassen. Ampeln werden respektiert und
nicht ignoriert. Von dem bisher erfahrenen asiatischem Chaos ist nichts
zu spueren.

Klassisches Fortbewegungsmittel ist das TukTuk, eine per Moped
angetriebene Rikscha. Neben Stadterkundung bleiben wir nur kurz in
dieser Stadt, um umgehend Richtung Sueden - Sand, Strand und Meer - zu
Reisen. Nicht verkneifen kann ich mir den Besuch einer Kickboxveranstaltung.
Geboxt wird an jedem Wochentag. Hauptsaechlich rennen die Thais herum und
wetten auf die Kaempfer, die pro Kampf in fuenf Runden zu drei Minuten ihr
bestes geben. Die Szenen erinnert stark an Bilder von der Boerse. Wildes
gestikulieren in den Ringpausen, Finger und Arme die nach oben gestreckt
werden. Niemand laesst mich mitmachen, obwohl ich mehrmals "1000 Baht auf
den mit der roten Hose! 1000 Baht auf den Roten!" rufe und den Block fuer auslaendische Zuschauer verlasse. Es hat ausserdem den Anschein, dass man
waehrend einer Partie noch seine Tipps aendern kann. Ein Raetsel bleibt mir,
wie nachher der Gewinn korrekt ausgezahlt werden kann. Spannend sind immer
die letzten beiden Runden zum Ende eines Kampfes. Da geben die Kaempfer noch
einmal alles, und da alle Wetten plaziert sind gibt es die passende akkustische
Unterstuetzung der Zuschauer.

Erschuetternde Nachrichten bringt Sepp aus Hamburg mit. So kann man jetzt im
Caro-Viertel Kurse belegen, in welchem einen beigebracht wird, aus
Hasendrahtmaschenzaun und Herbstlaub Lampen zu bauen. Ich glaube ihm, dass
er selber an diesem Kurs nicht teilgenommen hat. Frueher wurde einem dort
beigebracht, wie man Bahnschienen zersaegt und so Castoren stoppt. Und
jetzt? Hasendrahtlampen! Ein erschuetternder Beleg, wie verweichlicht und
wirklichkeitsfremd die Gesellschaft inzwischen geworden ist!

Gemutlich ist die Zugfahrt nach Ko Phi Phi, einer kleinen Insel im indischen
Ozean. Gezeigt wird der Film "Dinocroc", in welchem eine Mutation aus
Dinosaurier und Krokodil ein kleines Dorf in den USA terrorisiert. Zunaechst
isst es die dort streunenden Hunde auf, spaeter auch kleine Kinder. Die Dorfbevoelkerung wird, zu Recht, maechtig boese und will dem Tier den gar aus machen. Dann verabschiedet sich diese cineastische Meisterwerk ploetzlich, denn
der CD Player gibt seinen Geist auf. Konsequent gehen im ganzen Bus die Lichter
aus, und waherend wir im Dunkel;n in unseren Sitzen liegen, spekuliere ich ueber
das moegliche Ende des Films. Die mangelhafte Tricktechnik erinnerte uebrigens
stark an die alten Godzilla Filme ("Godzilla gegen Biolante", usw.). Schnell
schlafe ich ein und wache erst am Meer wieder auf.

Koi Phi Phi
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... ist eine dieser Bildernbuchinseln mit weissem Strand, Palmen, tuerkisem
Wasser, Tauchschulen usw. Ueberlaufen und ueberteuert ist der Hafen der
Stadt. Niemand will uns an einen kleinen idyllischen Strand in der Naehe
bringen ("zu gefaehrlich", "zu hohe Wellen fuer mein Boot"). Schnickschnack.
Sepp und Markus gehen einfach auf einem Hoh-Chi-Minh Pfad aenlichem Weg
durch den Dschungel und kommen spaeter mit einem dort organisiertem Boot
zurueck waherend ich auf das Gepaeck aufpasse.

Der Einsatz hat sich gelohnt. Maximal billig in einer Holzhuette, die in
einen Baum am Strand gebaut ist, und maximale 5 Schritte vom Wasser
entfernt. Das Wasser ist mit geschaetzten 36 Grad pisswarm - der Kontrapunkt
zum kalten nicht minder erfrischenden Baikalsee. Herrlich. Auch schoen:
Keine Discomuckenbuden weit und breit, kein Internet, kein Fernsehen. Und
nur eine handvoll anderer Touristen. Und ein Dschungelklo mit einem
Sternenhimmel als Dach.

Wir beschliessen, es uns hier einfach mal gut gehen zu lassen. Details dazu
demnaechst hier.....