Ganz große Nachwuchsrapper tummeln sich in Berlins Strassen.
Der Bohlen kann einpacken, die Jungs habens echt drauf.... Wer den Text komplett versteht, manches mal wird doch arg genuschelt, der sollte sich mal bei mir melden.
Nachtrag
Die Jungs kommen aus der Pfalz und nicht, wie irrtümlich behauptet, aus Berlin. Ein Interview mit der Nachwuchsband und den Text des Songs kann auch hier nachgelesen werden.
10.3.06
8.3.06
Verloren
6.3.06
28.2.06
Kanarien Uwe
Der große Ziervogelfreund überrascht mit seiner selbstgestrickten Homepage. Etwas sperriges und altbackenes Layout, aber vielleicht kommt daher der ganz eigene Charme seiner Seite? Oder liegt es doch an seinen vielen privaten Bildern? Woran auch immer: VORBEISCHAUEN!
26.1.06
Der FC St. Pauli in der Auslandspresse: Times aus England
Die Londoner Times berichtet in diesem Artikel über den FC St.Pauli.
Das Gerücht, der Präsident sei ein Transvestit, wird richtig gestellt. Und die Frage am Ende des Artikels, "So can the underdogs beat Werder Bremen? “I don’t think so" kann man inzwischen eindeutig mit "Ja!" beantworten. Schön war´s.
Als eher schlechte Verlierer präsentieren sich unerwartet leider die Bremer.
Das Gerücht, der Präsident sei ein Transvestit, wird richtig gestellt. Und die Frage am Ende des Artikels, "So can the underdogs beat Werder Bremen? “I don’t think so" kann man inzwischen eindeutig mit "Ja!" beantworten. Schön war´s.
Als eher schlechte Verlierer präsentieren sich unerwartet leider die Bremer.
18.11.05
Weltherrschaft
15.11.05
Daheim
Das erste Wochenende in der Heimat. Easy going und Eierschaukeln.
Am Sonntag raus zu den Amateuren. Hentzler ist jetzt bei Holstein
Kiel II Torwart. Was für eine Karriere. Er zeigt was er kann und
sichert seiner Mannschaft einen verdienten Punktgewinn. So klappt
es mit dem Aufstieg wieder nicht - nächste Saison spielt Pauli
zweite Liga und viertklassig in der Oberliga. Ist aber auch egal.
Kieler Störche heben ab - und gewinnen am Ende verdient mit 4:2 (leider)
Bevors Dunkel wird nochmal zum Hafen runter. Sonne geht
gerade unter, auf den Landungsbrücken herrscht ein
Gedränge, welches selbst Hong Kong zur Ehre gereichen
würde. Heute und morgen letzter Tag - schätzungsweise
die Hälfte der in Hamburg lebenden Menschen nehmen die
Chance war, die Queen Mary II im Trockendock zu
beobachten und ein paar Werftabeitern von der anderen
Seite der Elbe aus beim majucken über die Schulter zu
gucken.
Scheckheftgepflegt: Die Queen Mary II bei der planmäßigen 1.000 Seemeilen Inspektion im Hamburger Hafen
Abendrot im Hamburger Hafen
Am Sonntag raus zu den Amateuren. Hentzler ist jetzt bei Holstein
Kiel II Torwart. Was für eine Karriere. Er zeigt was er kann und
sichert seiner Mannschaft einen verdienten Punktgewinn. So klappt
es mit dem Aufstieg wieder nicht - nächste Saison spielt Pauli
zweite Liga und viertklassig in der Oberliga. Ist aber auch egal.
Kieler Störche heben ab - und gewinnen am Ende verdient mit 4:2 (leider)Bevors Dunkel wird nochmal zum Hafen runter. Sonne geht
gerade unter, auf den Landungsbrücken herrscht ein
Gedränge, welches selbst Hong Kong zur Ehre gereichen
würde. Heute und morgen letzter Tag - schätzungsweise
die Hälfte der in Hamburg lebenden Menschen nehmen die
Chance war, die Queen Mary II im Trockendock zu
beobachten und ein paar Werftabeitern von der anderen
Seite der Elbe aus beim majucken über die Schulter zu
gucken.
Scheckheftgepflegt: Die Queen Mary II bei der planmäßigen 1.000 Seemeilen Inspektion im Hamburger Hafen
Abendrot im Hamburger Hafen
7.11.05
Becoming German
Ich bin wieder zu Hause. Welch ein Empfang: Goldenes Herbstwetter und keine drei Stunden nach Ankunft aus Hong Kong / London am Hamburger Flughafen gab es schon das erste Tor fuer den FC beim 3:0 Heimsieg gegen RW Essen zu bejubeln. Schön.
Diesen Link habe ich aus Neuseeland mitgebracht. Eine neuseeländische Künstlerin hat die Seite Becoming German erstellt. Zwar kann man deutsch lernen, Erinnerungen an eine Kindheit in Deutschland hat man damit nicht automatisch.
Bei Gesprächen mit Deutschen über gemeinsame Kindheitserinnerungen steht man so schnell im Abseits: Woher soll man auch Fernsehserien wie Silas oder Trio mit vier Fäusten kennen? Die gibts im Ausland (meistens) nicht. Diese Birographielücken kann man nun auf dieser Seite füllen und sich eine persönliche Kindheitsvergangenheit vom Rechner schnitzen lassen. Viel Spaß!
Diesen Link habe ich aus Neuseeland mitgebracht. Eine neuseeländische Künstlerin hat die Seite Becoming German erstellt. Zwar kann man deutsch lernen, Erinnerungen an eine Kindheit in Deutschland hat man damit nicht automatisch.
Bei Gesprächen mit Deutschen über gemeinsame Kindheitserinnerungen steht man so schnell im Abseits: Woher soll man auch Fernsehserien wie Silas oder Trio mit vier Fäusten kennen? Die gibts im Ausland (meistens) nicht. Diese Birographielücken kann man nun auf dieser Seite füllen und sich eine persönliche Kindheitsvergangenheit vom Rechner schnitzen lassen. Viel Spaß!
3.11.05
Hong Kong: Auf dem Weg nach Hause
Zum letzten Mal: Nachrichten aus Mittelerde
Die Reise von Christchurch nach Hong Kong
verlaeuft gnaediger Weise ohne nennenswerte
Zwischenfaelle. Auf dem Weg nach Auckland
legt der Pilot auf unseren Wunsch noch einmal
einen Tiefflug ueber den Marlborough Sound
ein - und der ist von oben betrachtet noch
einmal um Klassen eindrucksvoller als vom
Boden aus betrachtet. Eine nette Geste
zum Abschied.
Den Flug verkuerze ich mir mit Spielfilmen,
Musik hoeren und lesen neuseelaendischer
Tagespresse. Hier fuer die daheim gebliebenen
die neuesten Informationen aus Neuseeland:
Hong Kong
Was mir letztes Jahr nicht aufgefallen ist: Hong Kong
stinkt erbaermlich. Irgendwie faulig, besonders in der
Naehe des Wassers. Vielleicht ists mir damals nicht
aufgefallen, weil ich aus China kam und entsprechende
Gerueche aus dortigen Grossstaedten und Strassenkuechen
schon zu gewohnt war. Dieses Mal komme ich jedoch direkt
von Neuseelands sauberer Suedinsel - und es faellt mir
auf....
Strassenmetzger
In China werden nicht nur Hunde und Affen, sondern auch Schweinskoepfe fachgerecht zubereitet
Lecker Goldbroiler
Typischer Strassenhandel
Auf dem Rueckweg nach Hamburg machen wir hier
nur einen drei Tage kurzen Zwischenstopp. Nach
notwendiger Besichtigung der wichtigsten Attraktion
haben wir heute versucht, dem Gestank zu entfliehen
und haben uns auf einer der tausend Inseln in dieser
Bucht bringen lassen.
Mit Erfolg, nach verlassen der Faehre ist der
hochhausverseuchte Grossstadtdschungelmoloch
in scheinbar weiter Ferne. Und mit ihm der Geruch.
Die Menschen auf dieser Insel verstehen auf einmal
kein Englisch mehr. Die Ortschaften wirken sehr
chinesisch, weniger europaeisch als Hong Kong,
und die Bewohner der Insel tragen keinen so
ausdruckslosen "Lass mich in Ruhe"-Gesichtsausdruck
zur Schau.
Hauptattraktion auf Lan Tau, so heisst die Insel,
ist die mit 22m groesste Buddha Statue der Welt.
Das ist die vierte weltgroesste Buddha-Bronze, die
ich besichtige: In Ulan Bator steht auch noch eine,
ausserdem zwei andere weltgroesste in China. Auch
wenn sie satte 4,57m kleiner als das Hermansdenkmal
zu Detmold ist, ist die Statue einen Besuch Wert.
Buddha ist nach seinem Ableben uebrigens in exakt
28000 Einzelteile zerlegt worden. Diese Reliquien
sind dann in alle an Buddha interessierten Laender
exportiert worden. Dreh und Angelpunkt dieser Kultstaette
ist einer von Buddhas Zaehnen, welcher sich irgendwo
in dem 22m grossen Bronzekoerper verstecken muss.
Neben der Buddha-Statue, vertraeumten Fischerdoerfern
und diversen Klostern gibt es auch noch den "Weg der
Weisheit". Er ist komplett aus Beton und ich beschreite
ihn in freudiger Erwartung. Leider ist die Weisheit
am Ende des Wegs in chinesischen Schriftzeichen formuliert.
Eine Uebersetzung fehlt, und so muss ich wohl dumm sterben.
Eigentlich Schade.
Beim Schneider von Hong Kong
Hier endet also nun der Urlaub. Morgen gehts zur Anprobe
von ein paar Anzuegen, die ich mir habe schneidern lassen.
Und dann Abends in den Flieger, denn schon am Samstag
nachmittag muss ich wieder in Hamburg sein: Pauli spielt
gegen Rot Weiss Essen - welch schoeneren Grund gibt es,
nach Hause zu kommen?
Da sich hier in Hong Kong sonst nicht gross viel getan
hat, seitdem ich das letzte Mal vor einem Jahr hier war,
verweise ich den interessierten Leser einfach faul
auf die jetzt
ein Jahr alten Reiseberichte zu diesem Thema.
und beende die Reiseberichterstattung mit ein
paar aktuelleren Bildern zu diesem Thema.
Tschuess!
Beliebtes Motiv: Skyline von Hong Kong 1
Beliebtes Motiv: Skyline von Hong Kong 2
Traditionelles Fortbewegungsmittel
Die Reise von Christchurch nach Hong Kong
verlaeuft gnaediger Weise ohne nennenswerte
Zwischenfaelle. Auf dem Weg nach Auckland
legt der Pilot auf unseren Wunsch noch einmal
einen Tiefflug ueber den Marlborough Sound
ein - und der ist von oben betrachtet noch
einmal um Klassen eindrucksvoller als vom
Boden aus betrachtet. Eine nette Geste
zum Abschied.
Den Flug verkuerze ich mir mit Spielfilmen,
Musik hoeren und lesen neuseelaendischer
Tagespresse. Hier fuer die daheim gebliebenen
die neuesten Informationen aus Neuseeland:
Hansa Rostock hat einen jungen neuseelaendischen
Spieler fuer die naechste Saison verpflichtet.
Im Falle eines Rostocker Aufstiegs ist das dann
der zweite Kiwi (nach Wynton Rufer seinerzeit bei
Werder Bremen) welcher in Deutschlands hoechster
Spielklasse kickt
Eine beruehmte japanische Aktionskuenstlerin ist
in Christchurch bei einer Performance von einem
Balken gefallen. Auf diesen hatte sie sich gesetzt
und solange aus 96 bereitgestellten Buechsen Bier
getrunken bis sie betrunken vom Holzbalken fiel.
Ziel dieser Aktion war es nicht, alle 96 Bier zu
leeren (nein, Pansen, DU schaffst das auch nicht!),
sondern den Zuschauern die Verfuegbarkeit von
Produkten aus industrieller Massenproduktion zu
verdeutlichen. Das Video der Veranstaltung hat
den neuseelaendischen Steuerzahler umgerechnet
10.000 Euro gekostet. Der Autor des Artikels haelt
das fuer zuviel Geld, denn schliesslich wuerde sich
ja nur jemand betrinken - und das koenne man billiger
haben.
Hong Kong
Was mir letztes Jahr nicht aufgefallen ist: Hong Kong
stinkt erbaermlich. Irgendwie faulig, besonders in der
Naehe des Wassers. Vielleicht ists mir damals nicht
aufgefallen, weil ich aus China kam und entsprechende
Gerueche aus dortigen Grossstaedten und Strassenkuechen
schon zu gewohnt war. Dieses Mal komme ich jedoch direkt
von Neuseelands sauberer Suedinsel - und es faellt mir
auf....
Strassenmetzger
In China werden nicht nur Hunde und Affen, sondern auch Schweinskoepfe fachgerecht zubereitet
Lecker Goldbroiler
Typischer StrassenhandelAuf dem Rueckweg nach Hamburg machen wir hier
nur einen drei Tage kurzen Zwischenstopp. Nach
notwendiger Besichtigung der wichtigsten Attraktion
haben wir heute versucht, dem Gestank zu entfliehen
und haben uns auf einer der tausend Inseln in dieser
Bucht bringen lassen.
Mit Erfolg, nach verlassen der Faehre ist der
hochhausverseuchte Grossstadtdschungelmoloch
in scheinbar weiter Ferne. Und mit ihm der Geruch.
Die Menschen auf dieser Insel verstehen auf einmal
kein Englisch mehr. Die Ortschaften wirken sehr
chinesisch, weniger europaeisch als Hong Kong,
und die Bewohner der Insel tragen keinen so
ausdruckslosen "Lass mich in Ruhe"-Gesichtsausdruck
zur Schau.
Hauptattraktion auf Lan Tau, so heisst die Insel,
ist die mit 22m groesste Buddha Statue der Welt.
Das ist die vierte weltgroesste Buddha-Bronze, die
ich besichtige: In Ulan Bator steht auch noch eine,
ausserdem zwei andere weltgroesste in China. Auch
wenn sie satte 4,57m kleiner als das Hermansdenkmal
zu Detmold ist, ist die Statue einen Besuch Wert.
Buddha ist nach seinem Ableben uebrigens in exakt
28000 Einzelteile zerlegt worden. Diese Reliquien
sind dann in alle an Buddha interessierten Laender
exportiert worden. Dreh und Angelpunkt dieser Kultstaette
ist einer von Buddhas Zaehnen, welcher sich irgendwo
in dem 22m grossen Bronzekoerper verstecken muss.
Neben der Buddha-Statue, vertraeumten Fischerdoerfern
und diversen Klostern gibt es auch noch den "Weg der
Weisheit". Er ist komplett aus Beton und ich beschreite
ihn in freudiger Erwartung. Leider ist die Weisheit
am Ende des Wegs in chinesischen Schriftzeichen formuliert.
Eine Uebersetzung fehlt, und so muss ich wohl dumm sterben.
Eigentlich Schade.
Beim Schneider von Hong KongHier endet also nun der Urlaub. Morgen gehts zur Anprobe
von ein paar Anzuegen, die ich mir habe schneidern lassen.
Und dann Abends in den Flieger, denn schon am Samstag
nachmittag muss ich wieder in Hamburg sein: Pauli spielt
gegen Rot Weiss Essen - welch schoeneren Grund gibt es,
nach Hause zu kommen?
Da sich hier in Hong Kong sonst nicht gross viel getan
hat, seitdem ich das letzte Mal vor einem Jahr hier war,
verweise ich den interessierten Leser einfach faul
auf die jetzt
ein Jahr alten Reiseberichte zu diesem Thema.
und beende die Reiseberichterstattung mit ein
paar aktuelleren Bildern zu diesem Thema.
Tschuess!
Beliebtes Motiv: Skyline von Hong Kong 1
Beliebtes Motiv: Skyline von Hong Kong 2
Traditionelles Fortbewegungsmittel
2.11.05
Sven Clemann aus Neuseeland: Alles nach Kaikoura
Wir sind erfolgreich und wohl behalten in Hong Kong
gelandet. Hier gibts noch nicht viel zu erzaehlen
- und vor allem noch keine Bilder zu zeigen.
Zur Ueberbrueckung der Wartezeit des letzten
Berichts hier die gesammelten Reiseberichte
von Sven aus den letzten zwei Wochen, welche ich
bisher aus reiner Faulheit noch nicht hier
veroeffentlicht hatte. Wie immer ungekuerzt und
unzensiert.
23.10.2005: In Neuseeland gibt's ganz grosse....
Aale und die nennt man hier Wale (hoe, hoe...hm, vielleicht hatte ich mich doch mal lieber beim
Rindfleischverzehr zurueckgehalten....*zuck, zuck* naja, egal....).....ja, mal'nen Wale jagen und
anschliessend ein paar Delfine mit Treibnetzen fangen, das war der Plan als wir nach Kaikura
kamen.....fuer's Netz war leider kein Platz mehr im Handgepaeck, bei der Entscheidung zwischen Netz und Beck's gewann Herr Beck's (konnte ja schliesslich keiner ahnen, dass es das auch hier
gibt....fuer's Netz war so leider kein Platz mehr im Handgepaeck, wohl aber fuer die Harpune
welche ich mit viel Geschick und Kuehnheit in den Flieger geschmuggelt hatte (wie, verrat' ich
aus Ruecksichtsnahme auf die zarteren Gemueter einem Teil der Leserschaft....)....
....so standen wir nun Erwartungschwanger an der Pier. Dummerweise wurde mir die Harpune
aber dann doch tatsaechlich noch vor dem Betreten des Katamarans abgenommen.
Was fuer eine Schmach! Da halfen auch keine Verweise auf meine japanischen Vorfahren oder
auf die Ausuebung der Religionsfreiheit....Zu allem Ueberfluss hatte sich auch noch die See
gegen uns verschworen und hielt sich mit dem Wellengang spuerbar zurueck, so dass man noch
nicht mal schoene Erinnerungsphotos von kleinen sich uebergebenen Asiaten machen konnte...
.....so blieb' uns also nur das Angucken von so'n paar Walen, Delfinen und allerlei
Wasserfedervieh uebrig....
.....was fuer ein Desaster....so musste am Abend der Alkohol zur Besaenftigung meines Gemuets
herhalten....warum es jetzt aber "Toss the boss' nur von 18h-20h gibt kann ich beim besten Willen nicht nachvoll ziehen, da is' doch keiner dort, wie bloed ist das denn bitte schoen....
.....so, wollte ich mich dieser Frage dann mit der ihr gebuehrigen Aufmerksamkeit auf der Fahrt
nach Christchurch widmen....es kam anders.
.....freundlicherweise war unserer Busfahrer so nett uns mit den neuesten Trends bezueglich
Neuseelaendischen Folk bekannt zumachen. Man koennte jetzt an dieser Stelle auf die Idee kommen, das dies ja ganz nett ist.....ist es aber keinesfalls, wenn sich selbiges nach
einem Richard Cleydermann meets Jean-Michel Jarre auf Acid anhoert.....
So blieb' letzendlich nur die Entscheidung zwischen Hoer- oder Musikschaden. In einem
Moment geistiger Umnachtung entschied ich mich gegen den Hoerschaden.....
So nahm mich mittlerweile mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht der graue Himmel von Christchurch in Empfang....aber natuerlich nicht ohne das uns der Herr Busfahrer nach dem Ausklingen der Musik noch auf den neuesten Stand bezueglich seiner der Aktivitaeten seiner fuenf Kinder brachte....).
Der Himmel wollte auch am naechsten Tag nicht entschwinden (im Gegensatz zu
dem Grinsen.....vielleicht hatte ich doch noch eine CD beim Fahrer kaeufllich erwerben
sollen....naja, egal beim naechten Mal halt.....vielleicht....)....
.....so kamen wir dann doch noch in den Genuss mal einen Blick in Harry Potters Schule zu
werfen.....schade eigentlich das der Herr Fuehrer nie so wirklich auf meine Frage nach
dem Verbleib von 'Dobby' einging, so mussten wir uns damit begnuegen, den 650 Schuelern
bei ihren choralen Erguessen in der Chapel zu lauschen und uns an den anderen Bereichen
der 150 Jahre alten Mauern zu ergoetzen.....
Ja, Party musste her (wir haben hier schliesslich einen Job zu erledigen). Was konnte sich da
besser eignen als die Studentenhochburg Dunedin......da muesste eigentlich was gehen....es
ging garnix....das Aufregenste war dabei eine ausgiebige Besichtung der Speights-Brauerei mit
anschliessender Qualitetskontrolle der dort hergestellten Produkte...merkwuerdigerweise sah'
unser Herr Braumeister genauso aus wie die meisten Wachsfiguren und der Firmengruender....
(.....nach den Teils heftigen Raktionen bezueglich meiner Theorien ueber Angelsaechsischer Inzucht denen ich mich hier ausgestzt sah' halte ich mich an diesem Punkte lieber zurueck....)
.....und weil die Reise ja bisher so arm an Unterhaltung und Aktivitaeten war, sahen wir uns gezwungen dies schleunigst zu aenderen.....KIWI-Experience musste her!! (Vielleicht sind dem Einerm oder anderen Neuseelandbesucher schon mal die gruenen Busse mit den lustigen Gesellen aufgefallen)....okay, dass das alles aehnlich wir eine Bustour mit Rainbow nach Paris werden wuerde konnte ja nun wirklich niemand vorhersehen....
....erste Zweifel keimten in mir, als ich gerade unserem Fahrer wegen einem augernscheinlichen
Eppilepsieanfall waehrend der Fahrt zur Hilfe eilen wollte.....is'ja nicht ungefaehrlich sowas (vor
allem fuer uns).....als sich selbiger aber einfach als krasse HipHop-Moves herausstellte haette schon irgendwie peinlich fuer mich enden koennen.....naja, aber wenigstens das
Unterhaltungsprogramm war ausgesprochen exquisit.....so ging es begleitet von Little Jimmy-
Witzen, gemeinsamen Gesangsaktivitaeten und neuartigem Liedgut (Walisischer HipHop scheint sehr angesagt zu sein.....ganz weit vorne dabei "Your mother has a penis) durch die Catlins...
(selbstverstaendlich durfte auch jeder seine eigenen CD's einwerfen.....irgendwie schade, dass
ich gerade nix von KieW, Feindflug, Suicide Commando oder NIN zur Hand hatte - waere
bestimmt lustig geworden)
....zu schade eigentlich, dass man zwischendurch immer raus musste um sich Seeloewen, Pinguine und so'n Naturkramm anzugucken.....
....Leider trennten sich unsere Wege nach nur zwei Tagen in Te Anau und man musste schweren Herzens unter Traenen Adieu sagen....
....tja und eigentlich riechts das hier gerade verfuehrerisch nach Bratkartoffeln und daher
erzaehl' in dann spaeter warum man so'n 4 Tages-Track in den Fjordlands auch mal an'nem
Vormittag machen kann und wie ich in Zukunft meine Elektrizitaetskosten dramatisch senken werde....oder auch nicht....
28.10.2005: In Neuseeland gibt es ganz grosse ...
Teiche, von denen dann auch ganz tolle Tracks in die Berge abgehen und da kann man dann ja mal
drauflaufen auf so'nen Berg halt.....Ist bestimmt schoen und haelt fit.....
So ergab' es sich dann, dass wir dann kaum in den Fjordlands in TeAnau angekommen uns entschlossen einen Teil des KeplerTracks zu laufen....mal so bis zur ersten Huette is' ja nicht weit,
dafuer aber schick hoch.
Also frisch die Wanderschuehchen geschnuert und los gings, einmal um den See in milder Fruehlings-
luft, gut gelaunt ein froehliches Liedchen auf den Lippen pfeifend.
Sehr idylisch alles, bis wir an dem Fusse des Berges gelangten, als uns schon von weiten nicht mehr
ganz so idylische Naturklaenge in Empfang nahmen. Hm, okay war ja LabourWeekend und da
machens sich die Neuseelaender wohl auch gerne mal am Baggersee (oder wahlweise auch an einen riesigen Gebirgsee) gemuetlich um mal mit ihren lustigen Jetskies, Motorbooten und aehnlichen
Geraetschaften (Hauptsache Laut....) ein wenig die Seele und andere Koerperteile baumeln zu lassen.....
....so gestaltete sich die erste Stunde des Aufstiegs im Farnenwald begleitet von sanften pfeifen der
Motoren doch ein wenig anders als geplant dar. Mit zunehemender Hoehe loeste aber langsam das
Vogelgezwitscher den Laerm der Zivilisation ab und nur die Vegetation wollte sich nicht so recht
aendern: Farne, Farne und nochmals Farne.
Was Anfangs noch ganz interessant war, wich doch langsam einer gewissen Vegetationsmonotonie
das haette man aber auch schoener gestalten koennen - da muesste mal einer in die gelben Seiten
schauen und 'nen Landschaftsarchitekten bestellen.....
....waehrend der zwei Stunden permanenten Aufstieg wurden wir dann auch mal gerne von Joggern in Beide Richtungen leichtfuessig ueberholt - ja das motiviert, das ist schoen.....
....aber als waeren die Wuensche doch noch erhoert worden nahm die Farndichte deutlich ab und
zutage trat ein geradezu magisches, verwuenschenes Stueckchen Wald mit silberfarbenden und
Moosbewachsen Bauemen....nicht schlecht, war hier etwa dochmal einer der sich auskennt schon vor uns am Werk gewesen?
Dies konnte nur noch die Erstuermung des Gipfels getoppt werden, ja so muss sich der Messner
Reinhard fuehlen (okay, wir waren vielleicht nicht ganz so hoch und hatten'nen Weg, aber sonst.....).
Schade eigentlich, dass ich wie sooft kein Kreuz zur passenden Zeit dabei hatte (sowat wie
Gipfelkreuze kennen die Jungs hier anscheinend nich') damit haette man auf einen Schlag beruehmt
werden koennen (oder waere wahlweise ins Gefaengniss bzw. zum Waldkehren abgeholt
worden....)
.....vorbei an diversen Down- und Uphillrunnern gings begleitet vom Bienen- oder besser Hornissengleichem Brummen der Motorboote in Richtung Bucht wo das Wassertaxi bereits vor Anker
gegangen war. Waehrend wir noch auf weitere Fahrgaeste warteten und neben uns einen Vater mit seiner kleinen Tochter beobachteten, die sich mehr im Wasser als auf ihren Wasserskiern befand,
klaerte uns der Herr Kapitaen darueber auf, dass die Jungs und Maedels ja nicht zum Spass darauf
und runter jogten, sondern fuer die sogenannte KeplerChallenge trainierten wurden.
Bestzeit 4h45min, das waere ja mal'ne Herausforderung....vielleicht nicht heute, aber ganz bestimmt naechstes Mal. Danke. Man muss' dazu vielleicht sagen, dass der Kepler 60km durch Gebirgs-
landschaft fuehrt und "normalerweise' mit vier Tagen veranschlagt wird....ja, kann man dann ja auch
mal so in knapp fuenf Stunden machen wenn man nix besseres vorhat....
Nachdem die Erfahrung mit der Kiwi(Bottom)Bus-Experience ja eher, ich sach' mal ungewoehnlich
war mussten neue, krassere Erfahrungen her....also, mal schoen mit dem gefederten Reisebus
inklusive Rheumaopossumdeckenverkauf zur Fahrt auf den MilfordSound. Strike! Den Schnitt im
Reisegefaehrt haben wir mal locker um 10Jahre gesenkt......Jaaaa, nochmal so richtig jung fuehlen!
Schnell noch morgens etwas Proviant geholt (denn auf der Fahrt wuerde es vermutlich aus
Ruecksicht auf die Mitreisenden) nur Haferschleim und Suppe geben..... Haette alles sehr lustig
werden koennen....das Lachen verschwand' aber schnell, als ich mehr beilauefig, als beabsichtigt
einen Blick auf die LocalPress warf die mir in grossen Lettern ein "Young girl died after tragic
waterskiaccident on LakeTeAnau" entgegenwarf'....keine 15Minuten nach unserer Abfahrt war das
Maedchen erneut gestuerzt und dabei unter ein vorbeifahrendes Motorboot geraten.....heftig - ohne Worte.....
....die Fahrt selber zum MilfordSound stellte sich als anstrengender als 4Tage KeplerTrack hin und
zurueck raus....mit Horden anderer Busgefaehrten wurden wir wie bei einer Treibjagd andauernd
aus dem Bus gescheucht....Photo, klick - ja, ich war da und das im Hintergrund ist der ****.... (fuer
die drei * kann jetzt jeder ein beliebiges Motiv auswaehlen.....)....Pauschalreisen sind schon was
feines!
Aber halt die einzige Moeglichkeit zum Milford zu gelangen, die Fahrt selber auf einen der
quasi wie an der Perlenschnur gezogenen Schiffe war.....okay......nicht weniger, aber auch nicht
mehr......lassen wir das....
Also, schnell weiter nach Queenstown....Queenstown ist so quasi das Ballermann von NZ.....in
unserem Fall aber wohl eher Ballermann im Spaetwinter. Wieder einmal wurde dank unserer
Anwesenheit der Altersdurchschnitt deutlich nach unten gerissen, aber so konnte man zumindest
mal etwas die Seele und gestressten Beinchen baumeln lassen und bekamm' auch noch ein paar
Kiwis zu sehen....wenn auch nur im Wildpark.....sehr lustige Gesellen, leider aber durch die
Inhaftierung wohl schon etwas ich sach' mal depressiv geworden, lustlos stapfte man so vor sich hin
und stiess' den Schnabel an und wann in den Boden und wuerde ich es nicht besser wissen so
konnte man sogar sehen wie die armen Kiwis ihren Kopf gegen die Scheibe schlugen....
....die Sonne brannte (obwohl nur 22C) gandenlos wie ein fehlgeleiteter Heizfoen auf unsere
Haeupter, um etwaige Spaetfolgen zu minimieren entschlossen wir uns zum Abzug in Richtung Franz-
Josef-Gletscher.....und warum wir dabei fast festgestellt haetten wie das Leben im dritten
Jahrtausend ausschaut und was die Lieblingsbeschaeftigung jungendlicher Neuseelaender ist
erzaehl' ich spaeter oder auch nicht, mal schauen.....
Bis bald, macht's gut und Happy Helloween!!!!!
31.10.2005: Letzte Nachrichten aus Mittelerde....
Hallo liebe Freunde der gepflegten Unterhaltungskunst oder Spamgeschaedigt.....
Abkuehlung musste her und was bietet sich da auf den ersten Blick besser an als ein gepflegter
Alpiner Ausritt zum Gletscher. In unserem Falle bestiegen wir den guten Franz-Josef (Gletscher....)
Angekommen im Rainforest-Backpacker grinste uns schon weiten einer der beruehmten (bzw. wohl eher
beruechtigten Kiwi-Experiencebusse an....) ....mit feuchten Augen stapften wir an dem Gefaehrt vorbei
zu unseren Zimmern.
Zumindest bestand demnach keine grosse Gefahr, dass wir keine Gletschertour mehr abbekommen wuerden.
Aauf den Strassen stapfte die ein oder andere Seniorengruppe desorientiert umher (warum machen eigentlich
soviel' deutsche Rentner Urlaub in Neusseeeland??) und da der gruene Funbus zum vermutlichen Leidwesen
seiner Mitreisenden nicht direkt auf'm Gletscher rauf kann duerfte der Gletscher relativ "KiwiExpie"-frei sein.....
.....so schraubten wir uns am naechsten Morgen mit gerade sieben Leutchen ueber die Geroelllawine in Richtung
Gletscher empor. Flugs die Sipkes ueber die Schuhe gezogen und den Eispickel mit festem Griff umklammert.
. Nun konnte es losgehen! (Sind ja schliesslich nicht zum Spass hier!!) ....und es sollte noch so richtig losgehen....
Anfangs stapfte man gemuetlich ueber die vor praeperierten Stufen des unteren Gletscherbereichs umher....Ab und
an klopfte unser Guide diese mehr aus Pflichtgefuehl, als aus Notwendigkeit vom lockeren Neueis frei.
Man genoss' die herliche Aussicht, das kristallklare Blau der Gletscherhoeheln streichelte die Augen noch nicht ahnend
was noch auf uns zukommen sollte.....
.....wie mir der Guide (Fuehrer kann ja leicht mal missverstanden werden....) spaeter erlaeuterte dient das untere Teilstueck zur Beobachtung der Gruppe um danach den Hauptweg zu waehlen.
Offentsichtlich musste unsere Gruppe einen recht guten Eindruck auf ihn gemacht haben....so ging es dann die
naechsten Stunden an Waenden entlanghangelnderweise direkt in die Gletscherspalten und das was wir Anfangs
noch fuer einen Scherz hielten war deutlich anders gemeint -> "Nehmt doch jetzt mal Eure Rucksaecke Ueberkopf,
da muessen wir jetzt laengs und rutscht nicht aus.....koennte sonst feucht werden" und deutete auf eine viel-
leicht 15cm zig-Meter lange Spalte, links und rechts flankiert von mehreren meter hohen Eiswaenden.....gluecklicher-
weise ist Eis ja doch eher rutschig, so dass die Vaseline im Rucksack neben der Spiegelreflexkamera verbleiben konnte
(ich muss zugeben, die Idee auf eine Eistour auch noch so eine Kamera mitrumzuschleppen ist eher suboptimal....)
.....wie mir beim durchqueren bzw. durchquetschen auf einmal der erste Teil von StarWars, zusammen mit der Bemerkung das so'n Gletscher sich am Tag 1-2m bewegt in den Sinn kam weiss' ich jetzt auch nicht mehr so genau.....
Nicht ganz soviel Glueck hatte die (eigentlich garnicht sooooo "kraeftige") Israelin vor mir, welche aufeinmal nicht mehr weiterkonnte....sie steckte.....fest......eingeklemmt in der Gletscherspalte murmelte sie irgendwas von Comicfigur und
disgusting :-) ....waehrend mein Gedankengang also gerade der Vorstellung folgte ihr mit einem kraeftigen Tritt mittels meinen Spikebewaffneten Stiefeln zuhelfen, befreite der Guide sie durch kraeftiges hin - und herehren aus ihrer misslichen
Lage....
Es folgten noch die ein oder andere akrobatische- und gruppendynamische Uebung gepaart mit ungewollter Komik, als wir
uns Stunden spaeter aus dem Gletscher herauskrabbelnderweise voellig eingesaut gegenseitig anstrahlten, als haetten wir gerade Einhaendig den MountEverest bestiegen.....was fuer ein Erlebnis....!! :-)
Bei unsere Rueckkehr waren die Expieriencer zu unserem Leidwesen bereits verschwunden und es blieb uns damit leider
verwehrt einen weiteren Abend dank Popperlen der Roaring 90's etwas in unserer Jugend zu schwelgen (by, the way
Haddaway, Dr.Alban und Co waren schon damals schei*** )...."enttauescht' zogen wir uns gezwungenermassen an Eine
der beiden Bars des Dorfs zurueck.....naja, morgen geht bestimmt mehr in Richtung Nightlife....schliesslich betitelte sich unsere naechste Station immerhin als groesste Stadt der Westkueste - Greymouth.....
.....auf der Reise dorthin entschied ich mich diesmal fuer den Hoerschaden und vermied' so weitere stundenlange Monologe des Herrn Busfahrers ueber seine Familie und den historischen Bedeutung jedes einzelnen Schafes (und davon gibt's in Neuseeland jede Menge...).....
...was soll man ueber Greymouth schreiben....okay, nix.....
.....vielleicht nur soviel.....ich haette es nicht fuer moeglich gehalten, dass es in einer Stadt mit immerhin ueber 10.000
Einwohnern so schwierig sein kann einen Platz zu finden in dem man spaetabends gegen Acht noch etwas warmes in
den Magen bekommen kann (aber was erwartet man von einem Ort wo McDoof und InterNet-Cafe eins sind....)
Meine verzweifelte Suche, unter der Begleitung von tollkuehn im Kreisfahrenden Jugendlichen, nach einer Telefonzelle
erspar' ich Euch an dieser Stelle mal.
So entschieden wir uns an dem kulturellen Leben Greymouth's den Ruecken zuzuwenden und so richtig auf eigene Faust
mittles japanischem Gefaehrt das Hinterland zu erkunden. Immer schoen links haltend und sich Anfangs noch von Rentern
ueberholen lassend ging's zu den Pancakerocks (halt Felsformationen die Pfannkuchengleich aufeinander geschichtet sind)
....schoen anzusehen, aber der Regen war mindest genauso ueberfluessig wie die Bemerkung von Doris der freundlichen Dinnerbedienung dass es nun seid zwei Wochen dochmal wieder Regnen wuerde....
Da war die verweiste ehemalige Goldgraeberstadt in den Bergen schon deutlich eindrucksvoller und dem Wetter ange-
messener....die Natur erhob' sich in den letzten 50 Jahren ueber die verlassene Stadt und gestaltete sie so nach eigenen
Vorstellungen um.....
....und waere uns in einem der dunklen Haueser die Hexe von Blairwitch erschienen, so haette es mich auch nicht wirklich
gewundert.....zumindest mal ein stilvoller Abgang.....
....so ging es "nur" am naechsten Tage mittels Transalpin ueber die Alpen (oder waren es die Anden......? ;-/ ) nach
Christchurch, wo wir jetzt noch einen Tag abspannen und dann den Flieger nach HongKong besteigen werden....
....warum dies aber noch fast gescheitert waere und ob ich endlich in HongKong lerne
mit Staebchen zu Essen erzaehl' ich dann spaeter oder auch nicht...
31.10.05
Neuseeland 7: Gletscher, Westkueste, Bahn und Tschuess
Nachtrag: Englische Kueche
Wirklich fuerchterlich ist manches Mal das Essen, wenn es
seine Wurzeln in der englischen Kueche nicht versteckt.
Ich bestelle Roastbeef und Gemuese. Das Gemuese ist kalt
und halbgar, die Sauce schmeckt wiederlich und das
lauwarme Kartoffelpueree verdient ebenfalls keinen Gourmet
Stern.
Sven bestellt vegetarische Lasagne. Was er bekommt
entspricht vielleicht optisch den Anforderungen an eine
Lasagne, es sind einzelne Nudelschichten zu erkennen.
Doch nur die englische Kueche kann auf die Idee kommen,
Lasagne eingebettet in lauwarmes Kartoffelpureee
auszuliefern.
Queenstown
Paragliding ueber Queenstown, eine der unzaehligen Aktivitaeten die man hier buchen kann
Extreme Minigolfing ist extrem entspannend. Der ein oder
andere Leser, welcher bereits in Queenstown war, kennt
vielleicht die Outdoor Minigolf Anlage an der Seilbahnstation.
Ich denke da an Herrn Sebelstein, welcher seiner Zeit einen
neuen ungarischen Rekord auf diesem anspruchsvollen Parcours
aufstellte. Dieser Rekord ist uebrigens bis heute aktuell.
Wer nicht weiss wovon ich spreche: Eine Tafel am Eingang der
Anlage haelt die besten Ergebnisse gruppiert nach Nationalitaet
fest. Mit grottenschlechten 73 Schlaegen (mindestens 20 ueber
par) konnte ich mich dort eigentlich nicht verewigen. Denn der
deutsche Rekord auf dieser Bahn liegt momentan bei 37 Schlaegen
- aufgestellt von einem gewissen Scott Johnson. Bei diesem
urdeutschen Namen habe ich jedoch erhebliche Zweifel, ob er
wirklich Inhaber eines deutschen Passes ist.
Offensichtlich wird das hier nicht kontrolliert. Daher wird
der mongolische Rekord mit 73 Schlaegen auf dieser Bahn ab
sofort von Joerg Doelfer gehalten. Ein Rekord fuer die
Ewigkeit, denn es wird lange dauern, bis sich ein Mongole
auf den langen Weg hierher macht und mich schlaegt.
Queenstown von oben, der Gebirgszug der Remarkables im Hintergrund
In natura konnten wir bisher einige einheimische
Tiere beobachten, ein Kiwi war bisher leider nicht
dabei. Deshalb nehmen wir in Queenstown die einmalige
Chance war, lebende Exemplare hinter Glas zu beobachten.
Da Kiwis nachtaktiv sind herrscht im Kiwi-Haus (fast)
absolute Dunkelheit. Nach ein paar Minuten gewoehnen
sich die Augen an die dunklen Lichtverhaeltnisse
und einzelne schemenhafte Buesche, die vorher
umotiviert durchs Kiwiaquarium gehuepft sind,
entpuppen sich bei naeherer Betrachtung als Kiwis.
Die in diesem Haus wohnhaften Kiwis sind durch
Schlafentzug, Jet Lag und diverse andere
Psycho-Tricks umgepolt worden und denken nun,
Abends waere Tagsueber und umgekehrt. Clever.
Der Kiwi selbst ist ein Musterbeispiel fuer Hilflosigkeit
und Schutzbeduerftigkeit der sich ausserdem durch seine
extreme Harmlosigkeit auszeichnet. Flugunfaehig stolpert
er halbblind durchs Gehege und benuetzt seinen Schnabel
dazu sowohl als Blindenstock und als auch zur
Nahrungsaufnahme.
Obwohl gerade hier in Neuseeland extrem beliebt hat er
es leider nicht bis auf die neuseelaendische Flagge
geschafft. Das waere an sich eine gute Idee, denn dann
koennte man sie viel einfacher von der australischen
Flagge unterscheiden. Adler sind gute Wappenvoegel,
denn sie gelten als aggressiv und stark. Oder kann sich
jemand den Kiwi auf dem Siegel der USA vorstellen? Eben!
Der Kiwi bleibt also ein sympathischer Bursche, auch wenn
sein Verwendungszweck extrem eingeschraenkt ist.
Franz Josef
Alpengluehn in den seudlichen Alpen am Franz Josef Gletscher
Hier in Neuseeland gibt es die seltene Tradition, dass
Entdecker ihre Entdeckungen nach den Staatsoberhaeuptern
ihrer jeweiligen Nationalitate entsprechend benennen.
Cook nannte so den von ihm entdeckten Fjord
Queen Charlotte
Sound, weil die gute gerade im Buckinghampalace im
Amt war. Der oestereichische Entdecker Haast nannte
entsprechend den von ihm entdeckten Gletscher zu Ehren des
oestereichischen Kaisers Franz Josef Gletscher.
So heisst der Gletscher und die kleine Ansammlung von Hauesern
zu seinen Fuessen noch heute. Artig bedankte sich Kaiser Fanz
Josef uberigens indem er ein paar Gemsen in den Alpen einfangen
und diese nach Neuseeland verschiffen lies. Nachfahren dieser
Bergziegen laufen hier noch heute rum.
Ameisengrosse Menschen im Franz Josef Gletscher
Ich bin froh, das ich selber keine Neuentdeckungen in meinem
Urlaub mache. Zwar gibt es bei den Biologen schon eine Menge
unausprechlicher Bezeichnungen fuer Tiere und anderes Gewuerm,
um Begriffe wie Neuseelaendische Angela Merkel Schleiereule oder Neuseelaendische Edmund Stoiber Beutelratte moechte ich die Tierbuecher dieser Welt nur sehr ungern bereichern.
Geleitet von einem australisch/neuseelaendischen Fuehrerduo
kraxeln wir einen Tag auf dem nichtganzsoewigem Eis des
Gletschers herum. International ist unsere Truppe mit einer
Israelin aus Galilea, einer Nordirin, einem neuseelaendischen
Gastronom, einem Amerikaner und drei deutschen (ausser Sven und
mir noch ein Augsburger) gut besetzt.
Zur Zeit bewegt sich der Gletscher mit einer Geschwindigkeit von
fuenf Metern pro Tag. Fuer die Guides ergibt sich daraus die
Herausforderung, bei jeder Gletscherwanderung einen neuen Weg
durch das Labyrinth der Gletscherspalten zu finden. Manchmal
rennt man so in eine Sackgassse, manchmal muss man die Eiswaende
mit Eispickeln hochklettern. Oder es wird ein frischer neuer Weg
ins jungfraeuliche Eis geschlagen. Schon morgen ist der Weg nicht
mehr vorhanden.
In der Eiswand
Tueckisch sind vor allem die Gletscherspalten, welche manches
Mal nur 20 cm (kein Witz!) breit sind. Das Eis hilft hier jedoch
dem stattlich gebauteren Wanderer wie mir: Einfach flach an die
Wand pressen und auf einem duennen Wasserfilm durch die Spalte
gleiten. Es klappt und ich bleibe nicht stecken. Ich verliere
komplett die Orientierung, die Fueherer sind aber zum Glueck
weniger kopflos und lotsen uns erfolgreich durchs Labyrinth.
Tipp fuer Leute, die sich selber auf den Weg machen moechten:
Unbedingt einen Kompass einstecken!
Greymouth
Greymouth ist eine kleine beschissen langweilige Hafen- und
(ehemalige) Goldgraeberstadt. Mein Gott ist es hier langweilig!
Wirklich alle Restaurants schliessen um acht Uhr Abends ihre
Pforten. Neben dem ueblichen McDonalds, Subway und KFC-Drecksbuden
gibt es hier zweieinhalb Bars und Restaurants. Ich lasse mir mein
Bier in braune Papiertueten einpacken und mache mich auf den
Weg ins Hotel.
Typischer Sandstrand in Greymouth
Mit 13000 Einwohnern sollte hier eigentlich mehr gehen.
Fuer neuseelanedische Verhaeltnisse ist die Stadt in
etwa so gross wie Koeln oder Frankfurt in Deutschland.
Trotzdem wird das Nachtleben selbst von dem aus
Pivitsheide V.L. muehelos getoppt. Die oertliche Jugend
ist entsprechend angeschmiert. Einzige moegliche
Freizeitbeschaeftigung: Mit bis zu sechs Leuten in einer
Karre cruisen sie ueber die einzige Hauptstrasse des Dorfs,
drehen am Ende der Stadt um und fahren wieder zurueck.
Immer wieder, stundenlang im Kreis. In 15 Minuten kann mal
so alle fuenf aufgemotzten, tiefergelegten und roehrende
Autos der Stadt live in Aktion bewundern. Man hoert
sie die ganze Nacht ueber, egal, wo man sich gerade aufhaelt.
Wir mieten uns ein Auto und fahren am naechsten Tag auf
eigene Faust durch die Region. Ziel unserer Reise ist eine
alte, seit den 50er Jahren verlassene Goldgraeberstadt.
Der Weg ueber Schotterpisten lohnt sich: Noch fuenf Haeuser
stehen in der alten Stadt, die restlichen Haeuser der Stadt
sind abgetragen und wo anders wieder aufgebaut worden.
Gestruepp ueberwuchert die Fundamente und gemauerten Kamine.
Und ausser uns rennt wirklich niemand hier herum.
Fensterangel in Geisterstadt
Es ist spannend, durch diese Ruinen zu streifen. Das alte Rugbyfeld
steht noch heute, es gibt verlassene Tennisplaetze und sogar ein
altes Schwimmbad - sportlich waren die Kumpels ziemlich aktiv.
Angeblich waren sie besonders fuer ihre heissbluetigen Anfeuerungen
bei Heimspielen des oertlichen Rubgyteams bei anderen Clubs des
Landes gefuerchtet. Aehnlich wie der Fussball bei uns ind Deutschland
im Puett.
Mit dem TranzAlpine nach Christchurch
Reisen mit dem TranzAlpine 1
Mit dem TranzAlpine verlassen wir Greymouth in Richtung
Christchurch. Diese kleine Route verbindet die Ost-
mit der Westkueste der Suedinsel, pro Tag faehrt ein
Zug morgends von Christchurch nach Greymouth und am
Nachmittag wieder zurueck.
Trotz diesem an Laecherlichkeit grenzenden einfachen
Fahrplans hat der Zug eine halbe Stunde Verspaetung.
Der Zugfuehrer versucht, diese auf der Strecke wieder
aufzuholen, hat aber kein Glueck. An einen ICE wuerde
ich die Burschen ohne einer weitergehende Schulung
nicht ranlassen, das sie ortstypisch sehr robust mit
dem Geraet umgehen. Das technische Niveau der
Diesellock betriebenen Bahn entspricht in etwa
dem Niveau der transsibirischen Eisenbahn.
Robuster Zug
Landschaftlich ist die Fahrt ein voller Erfolg. Rauf vom Ozean
in die Alpen, und auf der anderen Seite wieder herunter. Eine
Zugfahrt ist wesentlich empfehlenswerter (und erheblich
preiswerter) als ein Besuch des Milford Sounds. Aufgrund der
touristischen Reisegruppen, welche diesen Zug bevoelkern,
riecht es im Abteil schnell nach einer Mischung aus hartgekochten
Eiern, Apfelsinen, koelnisch Wasser und Erfrischungstuechern.
Oder nach Dieselruss, wenn man im offenen Wagen durch einen der
unzaehligen Tunnel der Strecke faehrt. Zugreisen ist hier in
Neuseeland ausschliessliches Privileg auslaendischer Touristen -
niemand pendelt mit der Bahn alltaeglich zum Job!
Reisen mit dem TranzAlpine 2
Wieder in Christchruch angekommen werden wir unser letztes
neuseelaendisches Geld verjuxen und in Souveniers und Bier
anlegen. Und die letzten Postkarten einwerfen.
Einen Dank zum Schluss noch einmal an British Airways:
In Christchurch angekommen stellen wir beim 48h vor
Abflug per Internet einchecken fest, dass wir ueberhaupt
kein Flugticket mehr fuer die Rueckreise besitzen.
Ein Anruf in Hongkong und eine anschliessende Odysse durch
deren Systeme liefert eine Erklaerung: BA hat bei seiner
Panne zu Beginn unseres Urlaubs vergessen, Cathay davon
in Kenntnis zu setzen, das wir auf deren Flug von London
nach Auckland schon eingecheckt waren (obwohl wir mehrmals
explizit darauf hingewiesen haben). Cathay hat uns dann
einfach aus allen Fluegen herausgekegelt. Zum Glueck
koennen wir die Sache jetzt klaeren - und nicht morgen
am Flughafen, wenn es zu spaet ist.
Auf nach Hongkong!
Wirklich fuerchterlich ist manches Mal das Essen, wenn es
seine Wurzeln in der englischen Kueche nicht versteckt.
Ich bestelle Roastbeef und Gemuese. Das Gemuese ist kalt
und halbgar, die Sauce schmeckt wiederlich und das
lauwarme Kartoffelpueree verdient ebenfalls keinen Gourmet
Stern.
Sven bestellt vegetarische Lasagne. Was er bekommt
entspricht vielleicht optisch den Anforderungen an eine
Lasagne, es sind einzelne Nudelschichten zu erkennen.
Doch nur die englische Kueche kann auf die Idee kommen,
Lasagne eingebettet in lauwarmes Kartoffelpureee
auszuliefern.
Queenstown
Paragliding ueber Queenstown, eine der unzaehligen Aktivitaeten die man hier buchen kannExtreme Minigolfing ist extrem entspannend. Der ein oder
andere Leser, welcher bereits in Queenstown war, kennt
vielleicht die Outdoor Minigolf Anlage an der Seilbahnstation.
Ich denke da an Herrn Sebelstein, welcher seiner Zeit einen
neuen ungarischen Rekord auf diesem anspruchsvollen Parcours
aufstellte. Dieser Rekord ist uebrigens bis heute aktuell.
Wer nicht weiss wovon ich spreche: Eine Tafel am Eingang der
Anlage haelt die besten Ergebnisse gruppiert nach Nationalitaet
fest. Mit grottenschlechten 73 Schlaegen (mindestens 20 ueber
par) konnte ich mich dort eigentlich nicht verewigen. Denn der
deutsche Rekord auf dieser Bahn liegt momentan bei 37 Schlaegen
- aufgestellt von einem gewissen Scott Johnson. Bei diesem
urdeutschen Namen habe ich jedoch erhebliche Zweifel, ob er
wirklich Inhaber eines deutschen Passes ist.
Offensichtlich wird das hier nicht kontrolliert. Daher wird
der mongolische Rekord mit 73 Schlaegen auf dieser Bahn ab
sofort von Joerg Doelfer gehalten. Ein Rekord fuer die
Ewigkeit, denn es wird lange dauern, bis sich ein Mongole
auf den langen Weg hierher macht und mich schlaegt.
Queenstown von oben, der Gebirgszug der Remarkables im HintergrundIn natura konnten wir bisher einige einheimische
Tiere beobachten, ein Kiwi war bisher leider nicht
dabei. Deshalb nehmen wir in Queenstown die einmalige
Chance war, lebende Exemplare hinter Glas zu beobachten.
Da Kiwis nachtaktiv sind herrscht im Kiwi-Haus (fast)
absolute Dunkelheit. Nach ein paar Minuten gewoehnen
sich die Augen an die dunklen Lichtverhaeltnisse
und einzelne schemenhafte Buesche, die vorher
umotiviert durchs Kiwiaquarium gehuepft sind,
entpuppen sich bei naeherer Betrachtung als Kiwis.
Die in diesem Haus wohnhaften Kiwis sind durch
Schlafentzug, Jet Lag und diverse andere
Psycho-Tricks umgepolt worden und denken nun,
Abends waere Tagsueber und umgekehrt. Clever.
Der Kiwi selbst ist ein Musterbeispiel fuer Hilflosigkeit
und Schutzbeduerftigkeit der sich ausserdem durch seine
extreme Harmlosigkeit auszeichnet. Flugunfaehig stolpert
er halbblind durchs Gehege und benuetzt seinen Schnabel
dazu sowohl als Blindenstock und als auch zur
Nahrungsaufnahme.
Obwohl gerade hier in Neuseeland extrem beliebt hat er
es leider nicht bis auf die neuseelaendische Flagge
geschafft. Das waere an sich eine gute Idee, denn dann
koennte man sie viel einfacher von der australischen
Flagge unterscheiden. Adler sind gute Wappenvoegel,
denn sie gelten als aggressiv und stark. Oder kann sich
jemand den Kiwi auf dem Siegel der USA vorstellen? Eben!
Der Kiwi bleibt also ein sympathischer Bursche, auch wenn
sein Verwendungszweck extrem eingeschraenkt ist.
Franz Josef
Alpengluehn in den seudlichen Alpen am Franz Josef GletscherHier in Neuseeland gibt es die seltene Tradition, dass
Entdecker ihre Entdeckungen nach den Staatsoberhaeuptern
ihrer jeweiligen Nationalitate entsprechend benennen.
Cook nannte so den von ihm entdeckten Fjord
Queen Charlotte
Sound, weil die gute gerade im Buckinghampalace im
Amt war. Der oestereichische Entdecker Haast nannte
entsprechend den von ihm entdeckten Gletscher zu Ehren des
oestereichischen Kaisers Franz Josef Gletscher.
So heisst der Gletscher und die kleine Ansammlung von Hauesern
zu seinen Fuessen noch heute. Artig bedankte sich Kaiser Fanz
Josef uberigens indem er ein paar Gemsen in den Alpen einfangen
und diese nach Neuseeland verschiffen lies. Nachfahren dieser
Bergziegen laufen hier noch heute rum.
Ameisengrosse Menschen im Franz Josef GletscherIch bin froh, das ich selber keine Neuentdeckungen in meinem
Urlaub mache. Zwar gibt es bei den Biologen schon eine Menge
unausprechlicher Bezeichnungen fuer Tiere und anderes Gewuerm,
um Begriffe wie Neuseelaendische Angela Merkel Schleiereule oder Neuseelaendische Edmund Stoiber Beutelratte moechte ich die Tierbuecher dieser Welt nur sehr ungern bereichern.
Geleitet von einem australisch/neuseelaendischen Fuehrerduo
kraxeln wir einen Tag auf dem nichtganzsoewigem Eis des
Gletschers herum. International ist unsere Truppe mit einer
Israelin aus Galilea, einer Nordirin, einem neuseelaendischen
Gastronom, einem Amerikaner und drei deutschen (ausser Sven und
mir noch ein Augsburger) gut besetzt.
Zur Zeit bewegt sich der Gletscher mit einer Geschwindigkeit von
fuenf Metern pro Tag. Fuer die Guides ergibt sich daraus die
Herausforderung, bei jeder Gletscherwanderung einen neuen Weg
durch das Labyrinth der Gletscherspalten zu finden. Manchmal
rennt man so in eine Sackgassse, manchmal muss man die Eiswaende
mit Eispickeln hochklettern. Oder es wird ein frischer neuer Weg
ins jungfraeuliche Eis geschlagen. Schon morgen ist der Weg nicht
mehr vorhanden.
In der EiswandTueckisch sind vor allem die Gletscherspalten, welche manches
Mal nur 20 cm (kein Witz!) breit sind. Das Eis hilft hier jedoch
dem stattlich gebauteren Wanderer wie mir: Einfach flach an die
Wand pressen und auf einem duennen Wasserfilm durch die Spalte
gleiten. Es klappt und ich bleibe nicht stecken. Ich verliere
komplett die Orientierung, die Fueherer sind aber zum Glueck
weniger kopflos und lotsen uns erfolgreich durchs Labyrinth.
Tipp fuer Leute, die sich selber auf den Weg machen moechten:
Unbedingt einen Kompass einstecken!
Greymouth
Greymouth ist eine kleine beschissen langweilige Hafen- und
(ehemalige) Goldgraeberstadt. Mein Gott ist es hier langweilig!
Wirklich alle Restaurants schliessen um acht Uhr Abends ihre
Pforten. Neben dem ueblichen McDonalds, Subway und KFC-Drecksbuden
gibt es hier zweieinhalb Bars und Restaurants. Ich lasse mir mein
Bier in braune Papiertueten einpacken und mache mich auf den
Weg ins Hotel.
Typischer Sandstrand in GreymouthMit 13000 Einwohnern sollte hier eigentlich mehr gehen.
Fuer neuseelanedische Verhaeltnisse ist die Stadt in
etwa so gross wie Koeln oder Frankfurt in Deutschland.
Trotzdem wird das Nachtleben selbst von dem aus
Pivitsheide V.L. muehelos getoppt. Die oertliche Jugend
ist entsprechend angeschmiert. Einzige moegliche
Freizeitbeschaeftigung: Mit bis zu sechs Leuten in einer
Karre cruisen sie ueber die einzige Hauptstrasse des Dorfs,
drehen am Ende der Stadt um und fahren wieder zurueck.
Immer wieder, stundenlang im Kreis. In 15 Minuten kann mal
so alle fuenf aufgemotzten, tiefergelegten und roehrende
Autos der Stadt live in Aktion bewundern. Man hoert
sie die ganze Nacht ueber, egal, wo man sich gerade aufhaelt.
Wir mieten uns ein Auto und fahren am naechsten Tag auf
eigene Faust durch die Region. Ziel unserer Reise ist eine
alte, seit den 50er Jahren verlassene Goldgraeberstadt.
Der Weg ueber Schotterpisten lohnt sich: Noch fuenf Haeuser
stehen in der alten Stadt, die restlichen Haeuser der Stadt
sind abgetragen und wo anders wieder aufgebaut worden.
Gestruepp ueberwuchert die Fundamente und gemauerten Kamine.
Und ausser uns rennt wirklich niemand hier herum.
Fensterangel in GeisterstadtEs ist spannend, durch diese Ruinen zu streifen. Das alte Rugbyfeld
steht noch heute, es gibt verlassene Tennisplaetze und sogar ein
altes Schwimmbad - sportlich waren die Kumpels ziemlich aktiv.
Angeblich waren sie besonders fuer ihre heissbluetigen Anfeuerungen
bei Heimspielen des oertlichen Rubgyteams bei anderen Clubs des
Landes gefuerchtet. Aehnlich wie der Fussball bei uns ind Deutschland
im Puett.
Mit dem TranzAlpine nach Christchurch
Reisen mit dem TranzAlpine 1Mit dem TranzAlpine verlassen wir Greymouth in Richtung
Christchurch. Diese kleine Route verbindet die Ost-
mit der Westkueste der Suedinsel, pro Tag faehrt ein
Zug morgends von Christchurch nach Greymouth und am
Nachmittag wieder zurueck.
Trotz diesem an Laecherlichkeit grenzenden einfachen
Fahrplans hat der Zug eine halbe Stunde Verspaetung.
Der Zugfuehrer versucht, diese auf der Strecke wieder
aufzuholen, hat aber kein Glueck. An einen ICE wuerde
ich die Burschen ohne einer weitergehende Schulung
nicht ranlassen, das sie ortstypisch sehr robust mit
dem Geraet umgehen. Das technische Niveau der
Diesellock betriebenen Bahn entspricht in etwa
dem Niveau der transsibirischen Eisenbahn.
Robuster ZugLandschaftlich ist die Fahrt ein voller Erfolg. Rauf vom Ozean
in die Alpen, und auf der anderen Seite wieder herunter. Eine
Zugfahrt ist wesentlich empfehlenswerter (und erheblich
preiswerter) als ein Besuch des Milford Sounds. Aufgrund der
touristischen Reisegruppen, welche diesen Zug bevoelkern,
riecht es im Abteil schnell nach einer Mischung aus hartgekochten
Eiern, Apfelsinen, koelnisch Wasser und Erfrischungstuechern.
Oder nach Dieselruss, wenn man im offenen Wagen durch einen der
unzaehligen Tunnel der Strecke faehrt. Zugreisen ist hier in
Neuseeland ausschliessliches Privileg auslaendischer Touristen -
niemand pendelt mit der Bahn alltaeglich zum Job!
Reisen mit dem TranzAlpine 2Wieder in Christchruch angekommen werden wir unser letztes
neuseelaendisches Geld verjuxen und in Souveniers und Bier
anlegen. Und die letzten Postkarten einwerfen.
Einen Dank zum Schluss noch einmal an British Airways:
In Christchurch angekommen stellen wir beim 48h vor
Abflug per Internet einchecken fest, dass wir ueberhaupt
kein Flugticket mehr fuer die Rueckreise besitzen.
Ein Anruf in Hongkong und eine anschliessende Odysse durch
deren Systeme liefert eine Erklaerung: BA hat bei seiner
Panne zu Beginn unseres Urlaubs vergessen, Cathay davon
in Kenntnis zu setzen, das wir auf deren Flug von London
nach Auckland schon eingecheckt waren (obwohl wir mehrmals
explizit darauf hingewiesen haben). Cathay hat uns dann
einfach aus allen Fluegen herausgekegelt. Zum Glueck
koennen wir die Sache jetzt klaeren - und nicht morgen
am Flughafen, wenn es zu spaet ist.
Auf nach Hongkong!
25.10.05
Neuseeland 6: Die Kurve kratzen im Bottom Bus und bis nach Queenstown
Unten rum durch die Catlins mit dem Bottom Bus
Mit dem Bottom Bus lassen wir uns in zwei Tagen von Dunedin
ins Fjordland nach Te Anau bringen. Der Bus bereist dabei die
landschaftlich hoechst attraktiven Catlins, eine abgeholzte
Kuestenregion welche den suedlichsten Abschnitt von Neuseelands
Suedinsel bildet.
Der Name "Bottom Bus" ist dabei bewusst zweideutig gewaehlt.
Natuerlich heist er so, weil er die unterste Region Neuseelands
abfaehrt. Aber auch die zweite Bedeutungsebene entsprechend der
deutschen Uebersetzung von "Bottom", "Arsch" (resp. "Hintern"),
wird mehrfach bedient.
Die Gesellschaft operiert fuer den neuseelaendischen
Reiseanbieter "Kiwi Experience", welche nach eigenem
Bekunden die Schoenheiten abseits ausgetretener
Touristenpfade ansteuert. Tatsaechlich wird das genaue
Gegenteil praktiziert: Ausschliesslich auf den
ausgenudelsten touristischen Rennstrecken wird
operiert.
Alte Haengebruecke in den Catlins
Birgit hat im Abel Tasman schon vor den Jungs gewarnt, denn
ein aequivalenter Service wird auf den Fiji-Inseln angeboten.
Dabei hat sie eher noch untertrieben. Zielgruppe ist ein junges
Mallorca kompatibles und uneingeschraenkt partywilliges Publikum,
ungefaehr so wie bei "Rainbow Tours" in Deutschland. Wir
fallen sowohl beim Alter, als auch mit unseren Lebensentwuerfen
aus diesem eng gesteckten Rahmen. Etwas deplaziert ist ausserdem
ein japanisches Paerchen, weil es nur sehr sehr wenig Englisch
versteht.
Die anderen 10 Maedels im Bus und die beiden surferstereotypen
Betreuer entsprechen jedoch dem Klischee voll. Das
Unterhaltungsprogramm im Bus ist englisch und absolut fuer
den Arsch (resp. Bottom): Waehrend der Fahrt werden HipHop-CDs
zu Gehoer gebracht. Besonders gut gefaellt dem einen Fahrer
das Lied "Your Mother Has A Penis", weshalb er es gleich
mehrmals am Tag spielt - endlich kann ich auch den Sinn hinter
dem Klippengrafitti aus dem vorletzten Bericht deuten.
Zur Auflockerung gibt es Spielchen vom "Ich packe meinen
Koffer"-Kaliber oder jeder darf seinen Lieblingswitz ueber den
Bordfunk zum Besten geben. "Klein Fritzchen" Witze heissen
hier "Little Johnny" Witze und verbreiten auch auf englisch
denselben nach Bierfurz stinkenden Altherrenhumor wie ihre
deutschsprachigen Entsprechungen. Die Japaner verstehen kein
Wort und wir wenden uns mit Grausen ab.
Wieso eine Daenin Sven und mich fuer Schweden haelt will mir
nicht einleuchten. Schliesslich unterhalten wir uns auf Deutsch,
dass sie sogar etwas versteht. Sven und ich beschliessen daher, beim
laestern ueber Mitreisende nicht zu stark auf die fremdsprachliche
Wirkung unserer Muttersprache zu vertrauen.
Neuseelaendischer Gelbe-Augenbrauen-Pinguin
Wir akklimatisieren uns schnell auf dem Anfangs ungewohnten
und neuem Terrain. Und bekommen dafuer ein paar schoene
Highlights geboten. Absoluter Hoehepunkt der Catlins-Tours
ind hierbei die nur in diesem Teil Neuseelands lebenden
Pinguine.
Waehrend der partywillige Bestandteil der Truppe morgends
um sechs noch in den Schlafsaecken ratzt nehme ich ein Bad
im Pazifik (schwimmen kann ich das reinlaufen, untertauchen
und wieder aus dem Wasser herausrennen nicht nennen). Dann
gehts mit der Kamera zur Pinguinkolonie.
Die sollen es mir um diese Uhrzeit nachmachen, ihre Nester
verlassen uns zur Nahrungssuche ins Wasser springen. Und
erst Abends mit vollem Bauch zurueck an Land kommen.
Pustekuchen. Niemand von den Herren Pinguinen ist so bekloppt
wie wir, sich morgends frueh auf sechs Uhr den Wecker zu stellen.
Erst eine Stunde spaeter von den ersten Sonnenstrahlen geweckt
watscheln sie zum Strand. Die Herrschaften belieben auszuschlafen.
Auf zum morgendlichen Bad in den Pazifik
Im laufe der Zeit sammelt sich eine kleine, aber nicht minder
schlagkraeftige, Truppe von fuenf Pinguinen am Strand. Nach dehnen,
strecken und anderer morgendlicher Gymnastik gehts dann im
Gaensemarsch herunter zum Wasser. Von einer Welle ueberrascht
stehen sie ploetzlich knietief im Wasser. Ein lautes Gezeter ob
der Wassertemperatur setzt ein, die Burschen drehen um und
watscheln ihre Formation haltend zurueck zu trockeneren Bereichen
des Strands. Auf waermeres Wasser wartend wollen sie es spaeter
noch einmal probieren. Das fruehe Aufstehen hat sich gelohnt.
Die suedlichste Stadt Neuseelands heisst Invercargill. Angeblich
ist es auch die suedlichste Stadt der Welt. Wir lassen diese
Chance nicht ungenutzt und besichtigen den suedlichsten Supermarkt,
das suedlichste McDonalds und die suedlichste Subway Filiale der
Welt. Irre, was man so alles zu sehen bekommt!
Hinterndekoltee passend zum Namen des Reiseveranstalters
Vom Namen des Busbetreibers inspiriert bitte ich am suedlichsten
Punkt Neuseelands zu einem entsprechenden Photo. Bei den Englaenderinnen,
welche bekannlich in dem Ruf stehen, jeden gruppendynamischen Scheiss
mitzumachen, bedarf es keiner besonderen Ueberredungskuenste. Der Busfahrer
ist sowieso komplett schmerzfrei und schummelt sich aus eigener Initiative
mit aufs Bild. Er ist leicht als der einzige mit einer nennenswerten
Hinternbehaarung ganz rechts im Bild zu erkennen.
Eigentlich ist er auch der einzige, der wirklich die Hosen herunterlaesst.
Einem anscheinend in England weit verbreiteten Modediktat folgend tragen
Englaenderinnen ausschliesslich bauchfreie Tops mit Spaghettitraegern in
den Farben tuerkis, mint oder pink. Und dazu eine Jens, welche sich nur
unterhalb der Beckenknochen schliessen laesst. So wie oben auf dem Photo
sieht es also immer aus, wenn man sich dieser Bekleidung entsprechend auf
eine Bank oder einen Stuhl setzt.
Fjordland und Milford Sound
Zu Recht gehoert der Fjordland Nationalpark zum Weltkulturerbe.
Es ist hier einfach sehr schoen. In Te Anau steht uns der Sinn
nach etwas mehr koerperlicher Ertuechtigung als wir sie in den
letzten zwei Tagen hatten.
Wir laufen daher das erste Teilstueck des Kepler-Tracks. Wie
alle Nationalparkwanderwege ist dieser ca. 60 km lang und auf
vier Tage angelegt. Der Aufstieg auf den ersten Berg ist
anstrengend und angenehm fordernd.
Oben: Sven
Ein herrlicher Ausblick bei bestem Wetter und bester Sicht
ist die passende Belohnung. Wie gut, das hier oben kein
Bottom Bus verkehrt!
Oben
Ruhig ist es hier oben trotzdem nicht: Beim Auf- und Abstieg
werden wir wiederholt von Joggern ueberholt oder muessen
diesen ausweichen waehrend sie den Berg rauf- und runterrennen.
Spaeter lernen wir den Grund fuer diese etwas extreme Art
der Leibesertuechtigung kennen: Einmal im Jahr gibt es den
so genannten "Kepler Challenge". Ziel ist es, den kompletten
Keplertrack so schnell wie moeglich zu durchlaufen. Der ist
immerhin 60 KM lang und ueberwindet zwischenzeitlich
Hoehenunterschiede von 1800 m (wie auf dem Teil auf dem wir
heute wandern).
Zum Wandern ist er auf vier Tage angelegt.
Wir brauchen fuer den Aufstieg des steilsten Stuecks 1:45
Stunden. Der Rekord des Kepler Challenge liegt bei 4 Stunden
und 45 Minuten! Dagegen macht sich der Iron Man Triathlon wie
Bundesjugendspiel aus. Warum sind Neuseelaender in dieser
Disziplin nicht weltweit erfolgreich?
Oben: Ich
Ein Bus bringt uns auf dem Weg nach Queenstown durch
den weltberuehmten Milford Sound. Angeblich das achte
Weltwunder und Touristenmagnet Nummer 1 in Neuseeland.
Der magnetischen Anziehungskraft koennen sich neben uns
auch nicht eine Gruppe von ca. 80 japanischen Rentnern
entziehen. Waren wir fuer den Bottom Bus etwas zu alt,
so sind wir hier eindeutig zu jung. Der Bus stoppt,
einer Schafsherde gleich springen wir raus, machen Bilder,
und dann gehts weiter. Maaaaeeeeeehhhh....
Spaeter trotten wir auf das Schiff und befahren den Milford
Sound. Anders als auf diese Art und Weise laesst er sich
leider nicht bereisen, diese Kroete muessen wir also schlucken.
Der Milford Sound selber ist ganz nett, bleibt aber eindeutig
hinter dem marketingtechnisch aufgeblasenen Popanz zurueck.
Wasserfall am Milford-Sound
Queenstown
Queenstown ist die Touristenhochburg Neuseelands. An ihr
kommt man nicht vorbei. Einziger Lebenszweck dieser Stadt
ist der Tourismus.
Den Gaesten soll Geld mit den aberwitzigsten Aktivitaeten
aus der Tasche gezogen werden. Bungee springen ist schon
etwas sehr altbacken und aus der Mode. Abseiling und hunderte
von Metern ueber Klippen und Fluessen herumbaumeln (neudeutsch
"Swinging") ist der Trend der Saison. Wie Ameisen auf Speed
gondeln kleine Busse durch die Strassen, spucken Touristen
auf dieselbe und sammeln neue auf um diese zu den 1000
Attraktionen zu gondeln.
Wer etwas auf sich haelt, bucht ein Komplettpaket: Um 8 einen
Berg auf einem schlecht gewarteten Mountainbike herunterschubsen lassen,
dann Wildwasserrafting, 1000m Bungeespruenge zum Kaffee und
Abends in den Pubs gehoerig die Birne wegknallen.
Da ich das so oder aehnlich mit wechselndem Erfolg und wechselnder
Begeisterung schon bei meinem letzten Besuch gemacht habe stelle
ich dieses mal ein Programm bestehend aus den Adrenalinpushern
"Extreme Ausschlafing", Minigolfing, "Kiwi Spotting" und allgemeinen
Abhaengen zusammen. Man wird aelter und die Beduerfnisse aendern sich.
Genug fuer heute. Morgen gehts nach Franz Joseph auf den Gletscher.
Im Bus dorthin will ich lesen, das Pauli heute gegen Bochum gewinnt.
Feuert sie also an - ihr wisst, was ihr zu tun habt.
Mit dem Bottom Bus lassen wir uns in zwei Tagen von Dunedin
ins Fjordland nach Te Anau bringen. Der Bus bereist dabei die
landschaftlich hoechst attraktiven Catlins, eine abgeholzte
Kuestenregion welche den suedlichsten Abschnitt von Neuseelands
Suedinsel bildet.
Der Name "Bottom Bus" ist dabei bewusst zweideutig gewaehlt.
Natuerlich heist er so, weil er die unterste Region Neuseelands
abfaehrt. Aber auch die zweite Bedeutungsebene entsprechend der
deutschen Uebersetzung von "Bottom", "Arsch" (resp. "Hintern"),
wird mehrfach bedient.
Die Gesellschaft operiert fuer den neuseelaendischen
Reiseanbieter "Kiwi Experience", welche nach eigenem
Bekunden die Schoenheiten abseits ausgetretener
Touristenpfade ansteuert. Tatsaechlich wird das genaue
Gegenteil praktiziert: Ausschliesslich auf den
ausgenudelsten touristischen Rennstrecken wird
operiert.
Alte Haengebruecke in den CatlinsBirgit hat im Abel Tasman schon vor den Jungs gewarnt, denn
ein aequivalenter Service wird auf den Fiji-Inseln angeboten.
Dabei hat sie eher noch untertrieben. Zielgruppe ist ein junges
Mallorca kompatibles und uneingeschraenkt partywilliges Publikum,
ungefaehr so wie bei "Rainbow Tours" in Deutschland. Wir
fallen sowohl beim Alter, als auch mit unseren Lebensentwuerfen
aus diesem eng gesteckten Rahmen. Etwas deplaziert ist ausserdem
ein japanisches Paerchen, weil es nur sehr sehr wenig Englisch
versteht.
Die anderen 10 Maedels im Bus und die beiden surferstereotypen
Betreuer entsprechen jedoch dem Klischee voll. Das
Unterhaltungsprogramm im Bus ist englisch und absolut fuer
den Arsch (resp. Bottom): Waehrend der Fahrt werden HipHop-CDs
zu Gehoer gebracht. Besonders gut gefaellt dem einen Fahrer
das Lied "Your Mother Has A Penis", weshalb er es gleich
mehrmals am Tag spielt - endlich kann ich auch den Sinn hinter
dem Klippengrafitti aus dem vorletzten Bericht deuten.
Zur Auflockerung gibt es Spielchen vom "Ich packe meinen
Koffer"-Kaliber oder jeder darf seinen Lieblingswitz ueber den
Bordfunk zum Besten geben. "Klein Fritzchen" Witze heissen
hier "Little Johnny" Witze und verbreiten auch auf englisch
denselben nach Bierfurz stinkenden Altherrenhumor wie ihre
deutschsprachigen Entsprechungen. Die Japaner verstehen kein
Wort und wir wenden uns mit Grausen ab.
Wieso eine Daenin Sven und mich fuer Schweden haelt will mir
nicht einleuchten. Schliesslich unterhalten wir uns auf Deutsch,
dass sie sogar etwas versteht. Sven und ich beschliessen daher, beim
laestern ueber Mitreisende nicht zu stark auf die fremdsprachliche
Wirkung unserer Muttersprache zu vertrauen.
Neuseelaendischer Gelbe-Augenbrauen-PinguinWir akklimatisieren uns schnell auf dem Anfangs ungewohnten
und neuem Terrain. Und bekommen dafuer ein paar schoene
Highlights geboten. Absoluter Hoehepunkt der Catlins-Tours
ind hierbei die nur in diesem Teil Neuseelands lebenden
Pinguine.
Waehrend der partywillige Bestandteil der Truppe morgends
um sechs noch in den Schlafsaecken ratzt nehme ich ein Bad
im Pazifik (schwimmen kann ich das reinlaufen, untertauchen
und wieder aus dem Wasser herausrennen nicht nennen). Dann
gehts mit der Kamera zur Pinguinkolonie.
Die sollen es mir um diese Uhrzeit nachmachen, ihre Nester
verlassen uns zur Nahrungssuche ins Wasser springen. Und
erst Abends mit vollem Bauch zurueck an Land kommen.
Pustekuchen. Niemand von den Herren Pinguinen ist so bekloppt
wie wir, sich morgends frueh auf sechs Uhr den Wecker zu stellen.
Erst eine Stunde spaeter von den ersten Sonnenstrahlen geweckt
watscheln sie zum Strand. Die Herrschaften belieben auszuschlafen.
Auf zum morgendlichen Bad in den PazifikIm laufe der Zeit sammelt sich eine kleine, aber nicht minder
schlagkraeftige, Truppe von fuenf Pinguinen am Strand. Nach dehnen,
strecken und anderer morgendlicher Gymnastik gehts dann im
Gaensemarsch herunter zum Wasser. Von einer Welle ueberrascht
stehen sie ploetzlich knietief im Wasser. Ein lautes Gezeter ob
der Wassertemperatur setzt ein, die Burschen drehen um und
watscheln ihre Formation haltend zurueck zu trockeneren Bereichen
des Strands. Auf waermeres Wasser wartend wollen sie es spaeter
noch einmal probieren. Das fruehe Aufstehen hat sich gelohnt.
Die suedlichste Stadt Neuseelands heisst Invercargill. Angeblich
ist es auch die suedlichste Stadt der Welt. Wir lassen diese
Chance nicht ungenutzt und besichtigen den suedlichsten Supermarkt,
das suedlichste McDonalds und die suedlichste Subway Filiale der
Welt. Irre, was man so alles zu sehen bekommt!
Hinterndekoltee passend zum Namen des ReiseveranstaltersVom Namen des Busbetreibers inspiriert bitte ich am suedlichsten
Punkt Neuseelands zu einem entsprechenden Photo. Bei den Englaenderinnen,
welche bekannlich in dem Ruf stehen, jeden gruppendynamischen Scheiss
mitzumachen, bedarf es keiner besonderen Ueberredungskuenste. Der Busfahrer
ist sowieso komplett schmerzfrei und schummelt sich aus eigener Initiative
mit aufs Bild. Er ist leicht als der einzige mit einer nennenswerten
Hinternbehaarung ganz rechts im Bild zu erkennen.
Eigentlich ist er auch der einzige, der wirklich die Hosen herunterlaesst.
Einem anscheinend in England weit verbreiteten Modediktat folgend tragen
Englaenderinnen ausschliesslich bauchfreie Tops mit Spaghettitraegern in
den Farben tuerkis, mint oder pink. Und dazu eine Jens, welche sich nur
unterhalb der Beckenknochen schliessen laesst. So wie oben auf dem Photo
sieht es also immer aus, wenn man sich dieser Bekleidung entsprechend auf
eine Bank oder einen Stuhl setzt.
Fjordland und Milford Sound
Zu Recht gehoert der Fjordland Nationalpark zum Weltkulturerbe.
Es ist hier einfach sehr schoen. In Te Anau steht uns der Sinn
nach etwas mehr koerperlicher Ertuechtigung als wir sie in den
letzten zwei Tagen hatten.
Wir laufen daher das erste Teilstueck des Kepler-Tracks. Wie
alle Nationalparkwanderwege ist dieser ca. 60 km lang und auf
vier Tage angelegt. Der Aufstieg auf den ersten Berg ist
anstrengend und angenehm fordernd.
Oben: SvenEin herrlicher Ausblick bei bestem Wetter und bester Sicht
ist die passende Belohnung. Wie gut, das hier oben kein
Bottom Bus verkehrt!
ObenRuhig ist es hier oben trotzdem nicht: Beim Auf- und Abstieg
werden wir wiederholt von Joggern ueberholt oder muessen
diesen ausweichen waehrend sie den Berg rauf- und runterrennen.
Spaeter lernen wir den Grund fuer diese etwas extreme Art
der Leibesertuechtigung kennen: Einmal im Jahr gibt es den
so genannten "Kepler Challenge". Ziel ist es, den kompletten
Keplertrack so schnell wie moeglich zu durchlaufen. Der ist
immerhin 60 KM lang und ueberwindet zwischenzeitlich
Hoehenunterschiede von 1800 m (wie auf dem Teil auf dem wir
heute wandern).
Zum Wandern ist er auf vier Tage angelegt.
Wir brauchen fuer den Aufstieg des steilsten Stuecks 1:45
Stunden. Der Rekord des Kepler Challenge liegt bei 4 Stunden
und 45 Minuten! Dagegen macht sich der Iron Man Triathlon wie
Bundesjugendspiel aus. Warum sind Neuseelaender in dieser
Disziplin nicht weltweit erfolgreich?
Oben: IchEin Bus bringt uns auf dem Weg nach Queenstown durch
den weltberuehmten Milford Sound. Angeblich das achte
Weltwunder und Touristenmagnet Nummer 1 in Neuseeland.
Der magnetischen Anziehungskraft koennen sich neben uns
auch nicht eine Gruppe von ca. 80 japanischen Rentnern
entziehen. Waren wir fuer den Bottom Bus etwas zu alt,
so sind wir hier eindeutig zu jung. Der Bus stoppt,
einer Schafsherde gleich springen wir raus, machen Bilder,
und dann gehts weiter. Maaaaeeeeeehhhh....
Spaeter trotten wir auf das Schiff und befahren den Milford
Sound. Anders als auf diese Art und Weise laesst er sich
leider nicht bereisen, diese Kroete muessen wir also schlucken.
Der Milford Sound selber ist ganz nett, bleibt aber eindeutig
hinter dem marketingtechnisch aufgeblasenen Popanz zurueck.
Wasserfall am Milford-SoundQueenstown
Queenstown ist die Touristenhochburg Neuseelands. An ihr
kommt man nicht vorbei. Einziger Lebenszweck dieser Stadt
ist der Tourismus.
Den Gaesten soll Geld mit den aberwitzigsten Aktivitaeten
aus der Tasche gezogen werden. Bungee springen ist schon
etwas sehr altbacken und aus der Mode. Abseiling und hunderte
von Metern ueber Klippen und Fluessen herumbaumeln (neudeutsch
"Swinging") ist der Trend der Saison. Wie Ameisen auf Speed
gondeln kleine Busse durch die Strassen, spucken Touristen
auf dieselbe und sammeln neue auf um diese zu den 1000
Attraktionen zu gondeln.
Wer etwas auf sich haelt, bucht ein Komplettpaket: Um 8 einen
Berg auf einem schlecht gewarteten Mountainbike herunterschubsen lassen,
dann Wildwasserrafting, 1000m Bungeespruenge zum Kaffee und
Abends in den Pubs gehoerig die Birne wegknallen.
Da ich das so oder aehnlich mit wechselndem Erfolg und wechselnder
Begeisterung schon bei meinem letzten Besuch gemacht habe stelle
ich dieses mal ein Programm bestehend aus den Adrenalinpushern
"Extreme Ausschlafing", Minigolfing, "Kiwi Spotting" und allgemeinen
Abhaengen zusammen. Man wird aelter und die Beduerfnisse aendern sich.
Genug fuer heute. Morgen gehts nach Franz Joseph auf den Gletscher.
Im Bus dorthin will ich lesen, das Pauli heute gegen Bochum gewinnt.
Feuert sie also an - ihr wisst, was ihr zu tun habt.
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