2.10.05

Neuseeland 0: Vor dem Abflug



Es kann wieder losgehen: Der Rucksack ist gepackt und nimmt mein
ganzes Sofa ein. Von Reisen gelernt habe ich ihn diesmal nicht
so voll gepackt (Gewicht zur Zeit: 15 kg) Letztes Jahr habe ich
mich mit 25 kg auf die Reise gemacht. Das habe ich aber erst am
Flughafen beim einchecken gemerkt, bis dahin glaubte ich, mit
leichten 18 kg unterwegs zu sein. Daher habe ich dieses Mal
meine Waage nicht auf einen Teppich gestellt und hoffe so, eine
korrekte Gewichtsangabe zu erhalten. Grundsätzlich habe ich aber
Vertrauen in meine Waage. Verläßlich wie ein Schweizer Uhrwerk
gibt sie beim monatlichen Wiegen mein Gewicht jedes mal treu
mit 86 kg an.

Eckhard Krautzun (zur Zeit Chinesischer Nationaltrainer) weiß
um die Schwierigkeiten, ein Flugticket nach China zu bekommen:
"Versuchen Sie mal, einen Flieger nach da unten zu buchen. Sie
kriegen keinen, weil alles voll mit Geschäftsleuten is." Sven
und ich hatten mehr Glück: Schon im Juni haben wir die restlich
verfügbaren zwei Plätzen in einer Maschine von London nach
Hong Kong gebucht. Wenn Krautzun Recht behält, dann werden wir
wohl die einzigen Backpacker Touristen mittenmang 280
Schlipsträgern sein. Sehr entspannt muss es dann dann aber um
den Weiterflug nach Auckland stehen, wenn die Business Men im
Rudel die Maschine verlassen und China fluten. Anfang November,
auf dem Rückflug aus Neuseeland kommend, können wir uns dann
selbst bei einem viertägigen Stop Over in Hong Kong ein Bild
davon machen - bevor wir am 5. November pünktlich zum Heimspiel
des FC St.Pauli nach packendem leidenschaftlichem Fußball
dürstend über London zurück nach Hamburg einfliegen.

Aus dem Internet heruntergeladene Informationen über die
Airline Cathay Pacific lassen hoffen: Der Abstand zwischen
den Sitzreihen in der Touristen Holzklasse ist 7 cm größer
als bei den Quetschkomoden von der Lufthansa und ist mit
durchschnittlich versprochenen 87 cm Spitzenreiter weltweit.
Um Fortuna bei einer optimalen Platzzuordnung auf die
Sprünge zu helfen werden wir außerdem versuchen, 48 Stunden
vor Reisebeginn einzuchecken und uns so die besten Sessel
auszusuchen. Für den Flug von London nach Hong Kong hat das
schon gut geklappt.

Die reine Flugreisezeit beträgt 22 Stunden. Da muss man sich
schon im Vorfeld Gedanken um eine sinnvolle Beschäftigung
machen. In mein Handgepäck werde ich daher einen
repräsentativen Querschnitt meiner Lieblingscomics ("Bussi Bär",
"Fix und Foxi" - alle bei eBay bezogen) einpacken. Und falls
der Sinn nach etwas Berieselung steht: Die Didi Hallervorden
DVD Spielfilm Box Unvergessen: Als Taxifahrer Herbert Böckmann
in "Der Schnüffler" oder als Kfz-Mechaniker Willi Schulze in
"Der Experte". Grandios als "Kongo Otto" in der
Verkleidungskomödie "Didi und die Rache der Enterbten".

Ich muss mich schon stark zurückhalten um nicht der Versuchung
zu erliegen, diese Filme bereits vor Reiseantritt zu schauen
und mich so um den verdienten Spaß zu bringen. Warten steigert
bekanntlich das Verlangen, und dieser Schatz soll erst im
Flugzeug gehoben werden. Angeblich ist an jedem Platz bei Cathay
ein DVD Player in den Sitz des Vordermanns integriert - falls
nicht, dann werde ich die DVDs einfach beim Rückflug in Hong Kong
verticken. Da wird man ja alle Nase lang auf der Straße auf den
Erwerb offensichtlicher Raubkopien (Aufschrift auf Box ohne
Tippfehler: "The Copyright remains at the Produser") angesprochen.
Da man dort aber ausschließlich schwarz gebrannte Hollywood
Produktionen anbietet, male ich mir einen üppigen Gewinn bei
Hallervorden DVDs aus. Sicherlich werden sie mir von deutschen
Touristen nur so aus den Händen gerissen werden.

Steht der Sinn nach zwischenmenschlicher Kommunikation so habe
ich außerdem ein paar spannende Spiele eingepackt: Das
Reiseschachbrett und ein "Panzer dieser Welt" Quartett,
beides hatte mir letztes Jahr auf dem Trip quer durch Russland
und China schon gute Dienste erwiesen und war stets ein Quell
heiterer Freude auf langen Fahrten mit der Transsibirischen
Eisenbahn.

Neu und jungfräulich: Das "Stadien dieser Welt" Quartett,
welches ich jüngst auf einer Lesung der Fußballzeitschrift
"11 Freunde" in einem kleinen Quiz gewann. Angespielt wurde
ein Lied und wer zuerst Titel und Interpret nennen konnte,
bekam ein solches Quartett als Preis überreicht. Ich hatte
Glück und erkannte das Lied "44 Beine" von Norbert Nigbur,
dem sympathischen Schalker (?) 70er Jahre Torwart.



In Neuseeland werden wir uns hauptsächlich auf der
Südinsel herumtreiben. Auf dem Weg dahin nehmen wir
zur Eingewöhnung (und um vom Jetlag herunterzukommen)
noch die Städte Auckland und Wellington abklappern.
Vermutlich gegen den Uhrzeigersinn der Küste folgend
reisen wir dann einmal rund um die Südinsel - von wo
aus am 1. November ein Flieger von Christchurch
Richtung Hong Kong geht. Inklusive: Vier Tage
spazieren gehen im Abel Tasman Nationalpark. Morgen
Abend geht ess los, und wenn alles klappt landen Sven
und ich nach am Mittwoch um 12:30 Ortszeit in Auckland.
Mehr dann von dort.

1 Kommentar:

jaudszim hat gesagt…

Hi JöDö.

Viel Spassssss beim Kiwijagen mit Didi Hallervorden. Und immer fleissig bloggen.

Ciao, Ingo